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Jul 28, 2021 326 Bishop Robert Barron, USA

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Worte der Weisheit : Sollte Leiden unseren Glauben ersch?ttern?

?67% aller, die sich als ?religi?s? bezeichnen, fanden ihren Glauben an Gott in Frage gestellt…

?Der britische christliche Radiosender Premier Christian Radio gab eine Umfrage in Auftrag, die untersuchte, wie die COVID-Krise religi?se ?berzeugungen und Einstellungen beeinflusst hat. Es gab drei wichtige Ergebnisse ? n?mlich, dass 67% derjenigen, die sich selbst als ?religi?s? bezeichnen, ihren Glauben an Gott in Frage gestellt sahen, dass fast ein Viertel aller Befragten sagte, dass die Pandemie ihre Angst vor dem Tod verst?rkt hat, und dass etwa ein Drittel der Befragten sagte, dass ihr Gebetsleben durch die Krise beeinflusst wurde. Justin Brierley, der die beliebte Sendung Unbelievable? (Unglaublich?) moderiert, ?u?erte sich ?berrascht, wie viele Menschen aufgrund von COVID Schwierigkeiten hatten, an einen liebenden Gott zu glauben. Auf diesen Befund m?chte ich ebenfalls eingehen.

Nat?rlich verstehe ich in einem gewissen Sinne das Problem. Ein ganz allt?glicher Einwand gegen den Glauben an Gott ist das menschliche Leid, vor allem, wenn es Unschuldige trifft. Der Apologet des Atheismus oder Naturalismus fragt den Gl?ubigen ganz leicht: ?Wie kannst du angesichts des Holocausts, der Schie?ereien in Schulen, der Tsunamis, die Hunderttausende von Menschen t?ten, der Pandemien usw. ?berhaupt die Existenz eines liebenden Gottes behaupten?? Doch ich muss gestehen, dass ich dieses Argument des B?sen in einem anderen Sinne absolut nicht ?berzeugend finde, und das sage ich gerade als katholischer Bischof ? also als jemand, der die Lehre von Gott, die aus der Bibel stammt, einh?lt und lehrt. Denn ich glaube nicht, dass irgendjemand, der die Heilige Schrift sorgf?ltig liest, jemals zu dem Schluss kommen k?nnte, dass der Glaube an einen liebenden Gott irgendwie unvereinbar mit dem Leiden ist.

Es steht au?er Frage, dass Gott Noah liebt, und doch l?sst er Noah die unsagbar schwere Pr?fung einer Flut erleben, die fast alles Leben auf der Erde ausl?scht. Es besteht kein Zweifel, dass Gott Abraham liebt, und doch verlangt er von diesem Patriarchen, seinen geliebten Sohn Isaak eigenh?ndig zu opfern. Mehr als fast jeder andere in der biblischen ?berlieferung liebt Gott Mose, und doch hindert er den gro?en Befreier daran, in das Gelobte Land einzuziehen. David ist ein Mann nach dem Herzen Gottes, der s??e S?nger des Hauses Israel, und doch straft Gott David f?r seinen Ehebruch und seine Verschw?rung zum Mord. Jeremia ist von Gott besonders auserw?hlt, das Wort Gottes zu verk?nden, und doch wird der Prophet am Ende verworfen und ins Exil geschickt. Das Volk Israel ist Gottes auserw?hltes Volk, seine k?nigliche Priesterschaft, und doch l?sst Gott zu, dass Israel von seinen Feinden versklavt, verbannt und brutal behandelt wird. Und um dieser Dynamik volle Ausdruckskraft zu geben, liefert Gott seinen eingeborenen Sohn aus, damit er an einem Kreuz zu Tode gefoltert wird.

Noch einmal: Der Punkt, der sowohl f?r Gl?ubige als auch f?r Ungl?ubige heute zum Stein des Ansto?es wird, ist, dass die biblischen Autoren keinerlei Widerspruch sahen zwischen der Existenz eines liebenden Gottes und der Tatsache menschlichen Leidens, sogar unverdienten menschlichen Leidens. Vielmehr sahen sie es ? mysteri?s genug ? als einen Teil des Planes Gottes und schlugen verschiedene Ans?tze vor, um dies zu verstehen. Manchmal, so spekulierten sie, wird uns das Leiden als Strafe f?r die S?nde auferlegt. Ein anderes Mal k?nnte es ein Mittel sein, mit dem Gott eine geistliche Reinigung in seinem Volk bewirkt. Wieder andere Male k?nnte es der einzige Weg sein, wie Gott unter den Bedingungen eines endlichen Universums bestimmte G?ter herbeif?hren kann. Aber sie erkannten auch an, dass wir in den meisten F?llen einfach nicht wissen, wie das Leiden in Gottes Pl?ne passt. Und zwar genau deshalb, weil unser endlicher und von der Zeitgeschichte gepr?gter Verstand nicht einmal im Ansatz die Absichten und Zwecke eines unendlichen Verstandes begreifen kann, der sich mit dem gesamten Raum und der gesamten Zeit besch?ftigt. Praktisch der ganze Inhalt des Buches Hiob besteht darin, dies zu zeigen. Als Hiob gegen das protestiert, was er als massive Ungerechtigkeit an seinem Leiden empfindet, antwortet Gott mit einer langen Rede ? tats?chlich seine l?ngste Rede in der Bibel, die Hiob daran erinnert, wie viel von Gottes Absichten sein dem?tiger menschlicher Diener nicht kennt: ?Wo warst du, als ich die Grundsteine der Erde legte …?

Noch einmal: Egal, ob sie den Zweck des menschlichen Leidens nur halb oder gar nicht verstanden haben, kein biblischer Autor war versucht zu sagen, dass besagtes ?bel mit der Existenz eines liebenden Gottes unvereinbar sei. Gewiss, sie klagten und beklagten sich, aber der Adressat der Klage war kein anderer als der Gott, der sie, wie sie fest glaubten, liebte. Ich zweifle keinen Augenblick daran, dass viele heute das Gef?hl haben, dass das Leiden ein un?berwindliches Hindernis f?r den Glauben an Gott darstellt, aber ich bin nach wie vor davon ?berzeugt, dass dieses Gef?hl eine Folge davon ist, dass die religi?sen F?hrer ziemlich unf?hig waren, die biblische Lehre von Gott zu lehren. Denn wenn menschliches Leid deinen Glauben an Gott untergr?bt, dann hast du ganz einfach nicht an den Gott geglaubt, den die Bibel vorstellt.

Ich m?chte klarstellen, dass nichts von dem oben Gesagten dazu gedacht ist, die schreckliche Erfahrung des Leidens zu verharmlosen oder die intellektuellen Spannungen, die es erzeugt, leichtfertig abzutun. Aber es ist tats?chlich meine Absicht, Menschen zu einer tieferen Begegnung mit dem Geheimnis Gottes einzuladen. Wie Jakob, der die ganze Nacht mit dem Engel gerungen hat, d?rfen wir Gott nicht aufgeben, sondern m?ssen mit ihm ringen. Unser Leiden sollte uns nicht dazu bringen, die g?ttliche Liebe abzulehnen, sondern sie anders zu bewerten, als wir es uns je vorgestellt haben. Es ist vollkommen verst?ndlich, dass wir, wie Hiob, unseren Protest gegen Gott herausschreien k?nnten, aber dann m?ssen wir, wie dieser gro?e geistliche Held, bereit sein, die Stimme zu h?ren, die uns aus dem Wirbelsturm antwortet.

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Bishop Robert Barron

Bishop Robert Barron Der Artikel erschien ursprünglich bei wordonfire.org. Nachdruck mit Genehmigung

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