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Nov 26, 2020 374 Bishop Robert Barron, USA

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Worte der Weisheit : DAS BUCH EXODUS UND WARUM ES WICHTIG IST, ZUR HEILIGEN MESSE ZUR?CKZUKEHREN

Im Zuge eines wissenschaftlichen Projekts habe ich mich k?rzlich mit dem Buch Exodus und zahlreichen Kommentaren dazu auseinandergesetzt. Das zweitber?hmteste Buch des Alten Testaments befasst sich in erster Linie mit der Art und Weise, wie Gott sein Volk formt, damit es zu einem strahlenden Leuchtfeuer wird, zu einer befestigten Stadt auf dem H?gel. Nach der biblischen Lesart ist Israel zwar auserw?hlt, aber nie um seiner selbst willen, sondern f?r alle V?lker der Welt.

Ich w?rde sagen, dass diese Formation in drei Hauptstadien stattfindet: Erstens lehrt Gott Israel, auf seine Macht zu vertrauen; zweitens gibt er Israel ein moralisches Gesetz; und drittens unterweist er sein Volk im rechten Lobpreis seiner Heiligkeit. Die Lektion des Vertrauens geschieht nat?rlich durch Gottes gro?en Akt der Befreiung. V?llig machtlose Sklaven finden Freiheit, nicht indem sie sich auf ihre eigenen Ressourcen verlassen, sondern vielmehr auf das gn?dige Eingreifen Gottes. Die moralische Unterweisung erfolgt durch die Zehn Gebote und die dazugeh?rige Gesetzgebung. Schlie?lich erfolgt die Ausbildung zur Heiligkeit durch die Unterwerfung unter eine ausgekl?gelte Reihe liturgischer und zeremonieller Vorschriften. Es ist dieser letzte Schritt, der uns heute vielleicht am merkw?rdigsten erscheint, der aber, wie ich argumentieren m?chte, in unserer merkw?rdigen COVID-Periode eine besondere Relevanz hat.

Dass Religionserziehung auch moralische Unterweisung beinhaltet, scheint den meisten wohl selbstverst?ndlich zu sein. Und das liegt daran, dass wir ? wohl oder ?bel ? Kantianer sind. Im achtzehnten Jahrhundert behauptete der Philosoph Immanuel Kant, dass die gesamte Religion auf die Ethik reduzierbar sei. Worum es bei der Religion schlie?lich geht, argumentierte Kant, ist, dass sie uns gerechter, liebevoller, g?tiger und mitf?hlender macht. In der heutigen Sprache klingt der `Kantianismus? in der Religion so: ?Solange man ein guter Mensch ist, ist es egal, was man glaubt oder wie man Gottesdienst feiert.?

Es steht au?er Frage, dass das Buch Exodus und die Bibel im Allgemeinen darin ?bereinstimmen, dass Moral f?r die richtige Ausbildung des Gottesvolkes wesentlich ist. Diejenigen, die danach streben w?rden, dem Herrn zu folgen, der Gerechtigkeit und Liebe ist, m?ssen sich der Gerechtigkeit und Liebe anpassen. Und genau aus diesem Grund finden wir im gro?en Sinai-B?ndnis die Gebote nicht zu stehlen, nicht Ehe zu brechen, nicht zu begehren, nicht zu t?ten usw. So weit, so Kantianisch.

Aber was die meisten zeitgen?ssischen Leser des Buches Exodus wahrscheinlich ?berrascht, ist, dass unmittelbar nach der Auslegung der moralischen Gebote der Autor praktisch den Rest des Textes, die Kapitel 25 bis 40, mit der Beschreibung der liturgischen Vorschriften verbringt, an die sich das Volk zu halten hat. So finden wir zum Beispiel einen l?ngeren Abschnitt ?ber den Bau der Bundeslade:

?Macht eine Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch! ?berzieh sie innen und au?en mit purem Gold und bring daran ringsherum eine Goldleiste an!? Und als Ornament auf der Spitze der Arche: ?Mach zwei Kerubim aus getriebenem Gold ? Mach je einen Kerub an dem einen und dem andern Ende ? Die Kerubim sollen die Fl?gel nach oben ausbreiten, mit ihren Fl?geln die Deckplatte beschirmen?. Als N?chstes finden wir Anweisungen bez?glich der aufwendigen Einrichtung im Inneren des Tabernakels, darunter ein Lampenst?nder, ein Tisch f?r die ?Schaubrote?, S?ulen und verschiedene Beh?nge. Schlie?lich wird der Beschreibung der Gew?nder der Priester Israels viel Beachtung geschenkt. Hier ist nur eine Auswahl: ?Das sind die Gew?nder, die sie anfertigen sollen: Lostasche, Efod, Obergewand, Leibrock aus gewirktem Stoff, Turban und G?rtel. ? Sie sollen dazu Gold, violetten und roten Purpur, Karmesin und Byssus verwenden.?

Es wird keinerlei Hinweis darauf gegeben, dass die moralischen Vorschriften irgendwie wichtiger w?ren als die liturgischen Vorschriften. Wenn ?berhaupt, dann scheint das Gegenteil der Fall zu sein, da auf den Exodus unmittelbar das Buch Levitikus folgt, das aus achtundzwanzig Kapiteln ?ber das Ern?hrungs- und Liturgierecht besteht. Was k?nnen wir Post-Kantianer also daraus schlie?en?

Erstens sollten wir bemerken, dass die biblischen Autoren nicht einen Moment lang denken, dass Gott liturgische Rechtschaffenheit verlangt. Die Korrektheit unseres Gottesdienstes kann weder etwas zu seiner Vollkommenheit hinzuf?gen, noch muss sie ein psychologisches Bed?rfnis Gottes befriedigen. Wenn du in diesem Punkt Zweifel hegst, w?rde ich dir eine sorgf?ltige Lekt?re des ersten Kapitels des Propheten Jesaja und des f?nfzigsten Psalms empfehlen. Gott braucht weder die Arche, noch den Tabernakel oder die Priestergew?nder, noch den regelm??igen Lobpreis, aber wir tun es. Durch die Gesten und Symbole der liturgischen Verehrung wird Israel mit Gott in Einklang gebracht und auf ihn ausgerichtet. Das moralische Gesetz richtet unseren Willen auf die g?ttliche G?te aus, aber das liturgische Gesetz lenkt unseren Verstand, unser Herz, unsere Emotionen und ja sogar unseren K?rper auf die g?ttliche Majest?t hin. Beachte, wie gr?ndlich die zeremoniellen Instruktionen des Exodus Farbe, Klang und Geruch (jede Menge Weihrauch) beschreiben, und wie alles zur Erschaffung von Sch?nheit zusammenspielt.

Ich erw?hnte eingangs, dass die Betonung des Liturgischen und Zeremoniellen in Exodus eine tiefe Bedeutung f?r unsere Zeit hat, und zwar aus folgendem Grund: Aus vern?nftigen Gr?nden blieben wir eine Zeit lang den ?ffentlichen Gottesdiensten fern, und selbst jetzt sind unsere M?glichkeiten, gemeinsam Gottesdienst zu feiern, sehr begrenzt. In manchen Gebieten der Welt ist die Sonntagspflicht aufgehoben, wiederum aus triftigen Gr?nden. Ich bef?rchte nur, dass viele Katholiken zuhause bleiben werden, wenn der Zeitpunkt f?r den Messbesuch wieder g?nstiger wird. Sie haben sich daran gew?hnt, vom Gottesdienst entschuldigt zu sein. Und meine Sorge bezieht sich ganz besonders auf den `Kantianismus?. Wie viele Katholiken werden sich herausreden: ?Wei?t du, solange ich im Grunde ein guter Mensch bin, was soll dann diese ganze formelle Gottesverehrung??

Darf ich dir raten, deine Bibel herauszunehmen, das Buch Exodus zu lesen, insbesondere die Kapitel 25 bis 40, und dar?ber nachzudenken, wie extrem wichtig f?r Gott der korrekte Lobpreis ist, den ihm sein heiliges Volk darbringt? Die Liturgie hat immer eine Rolle gespielt. Die Messe ? mit den rauschenden Gew?ndern, die rituellen Gesten, Ger?chen und Glocken, Gesang und Schweigen ? ist immer noch wichtig, mehr denn je. Reicht es denn nicht, dass du ein guter Mensch bist? Um es geradeheraus zu sagen: Nein.

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Bishop Robert Barron

Bishop Robert Barron Der Artikel erschien ursprünglich bei wordonfire.org. Nachdruck mit Genehmigung

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