Startseite/Begegnung/Artikel

Dez 28, 2021 301 Teresa Ann Weider, USA

Aktuell Artikel

Begegnung

Was f?llt deinen Becher?

Wir m?ssen aufpassen, worum wir bitten, denn wir k?nnten es bekommen?

Es gibt etwas sehr Befriedigendes an dem Prozess und den Ergebnissen einer gr?ndlichen Hausreinigung.? Noch Wochen und manchmal Monate danach erfreut sich meine ganze Familie an den sichtbaren Fr?chten meiner Bem?hungen.? Wenn mich der Drang zur Tiefenreinigung ?berkommt, f?hrt mich diese Zufriedenheit, einen Bereich in Angriff genommen zu haben, oft dazu, dass ich mich auf den n?chsten Teil des Hauses konzentriere, der dieselbe Aufmerksamkeit erfordert.

Das Putzen f?hrt dazu, dass ich nicht mehr ben?tigte Dinge ausmiste: das Auto wird dann mit Kisten vollgeladen, die f?r den Secondhand-Laden bestimmt sind. Als ich eines Nachmittags mit einer Wagenladung zum Secondhand-Laden fuhr, fiel mir auf, dass ich die meisten Dinge in diesen Kisten selbst gekauft hatte. Auch wenn es mir zum Zeitpunkt des Kaufs nicht bewusst war, war ich diejenige, die die Entscheidung getroffen hatte, mein Leben und mein Zuhause mit ?berfl?ssigen Dingen vollzustopfen.? Ebenso d?mmerte mir, dass sich dieses Dilemma auch in mein Privat- und Familienleben eingeschlichen hatte. Im Laufe der Jahre hatte ich meinen Terminkalender mit so vielen ?Aufgaben? gef?llt, dass ich mein eigenes Leben vollgestopft hatte. Dieser Gedanke machte mir bewusst, dass ich etwas ?ndern musste.

Mein Becher l?uft ?ber

Das Eheleben begann, als ich noch sehr jung und voller Energie war.? Gott segnete uns sofort mit Kindern, und wir nahmen all die Bed?rfnisse und Aktivit?ten an, die Kinder mit sich brachten. Ich war eine vielbesch?ftigte Ehefrau und Mutter.? Mein Becher war nicht nur voll, er lief sogar ?ber. Doch so voll mein Becher auch zu sein schien, es entstand eine zunehmende Leere in mir.

Das Leben f?hlte sich unruhig an, aber ich hatte keine Zeit, herauszufinden, was meinen Geist unruhig machte. Gott hatte ein wachsendes Verlangen in mein Herz gelegt, eine engere Beziehung zu ihm zu entwickeln. Ich wusste viele bruchst?ckhafte Details ?ber Gott, aber ich verstand weder seine Geschichte noch meinen Platz in dieser Geschichte. In meinem Alltag blieb nur sehr wenig Zeit f?r Gott ?brig, aber kaum eine qualitativ gute Zeit.

Der Verlangsamungs-Effekt

F?nfzehn Jahre und 4 Kinder sp?ter erinnere ich mich an einen Morgen, an dem ich mich ?berm??ig m?de f?hlte, ein Gef?hl, das sich seit geraumer Zeit aufgebaut hatte. ?Es war weit mehr als M?digkeit. Die Dynamik des Lebens, die sich aufbaute, beschleunigte und von Jahr zu Jahr wuchs, f?hrte schlie?lich dazu, dass mein Geist, mein K?rper und meine Seele ersch?pft waren.? In meiner Verzweiflung wandte ich mich schlie?lich an Gott. Ich rief ihm zu: ?Herr, lass mich ruhig werden! Ich kann nicht alles tun, und schon gar nicht in diesem Tempo.? Wo bist Du?? Ich wei?, dass du da drau?en bist. Ich brauche dich!?

Ich habe geh?rt, dass man aufpassen muss, worum man bittet, denn man k?nnte es bekommen.? Nun, Gott hatte geduldig und barmherzig darauf gewartet, dass ich zu ihm rief. Nur wenige Monate nach meinem verzweifelten Gebet wurde ich von einer giftigen Spinne gebissen, was mich in eine Abw?rtsspirale verschiedener gesundheitlicher Probleme st?rzte. Alle Aktivit?ten wurden nicht nur langsamer, sondern h?rten auf. Ich wurde extrem schwach und mit Schmerzen bettl?gerig. Ein Arzt nach dem anderen, ein Test nach dem anderen, ein Tag nach dem anderen… Ich siechte dahin. Die gebrechliche Frau, die mir aus dem Spiegel entgegenblickte, war eine Fremde, eine H?lle meiner selbst.? ?Herr, hilf mir?, rief ich.

Eine sch?tzenswerte Freundschaft

Die Tage f?hlten sich sehr lang und einsam an, weil ich wenig Energie hatte, etwas zu unternehmen. Eines Nachmittags erregte die verstaubte Bibel auf meinem Nachttisch meine Aufmerksamkeit.? In der Hoffnung, inspirierende Worte zu finden, die mich tr?sten w?rden, schlug ich die vergoldeten Seiten auf.? Von Tag f?r Tag wurde mir die Bibel zu einem willkommenen und gesch?tzten Freund. Doch ich bekam mehr Fragen als Antworten, als ich zu verstehen versuchte: Wer ist dieser Gott? Warum hat er die Dinge getan, die er getan hat? Wie h?ngen die Geschichten zusammen?? Wie passe ich, die ich in diesem Bett liege, in seine Geschichte?? Wo ist er jetzt? H?rt er mich?? Noch bevor ich meine Fragen stellte, war Gott am Werk und brachte die richtigen Leute in mein Leben.? Hilfe war im Anmarsch.

Monate bevor ich krank wurde, hatte ich eine nette kleine ?ltere Dame namens Priscilla eingestellt, die meinen Kindern und mir das Klavierspielen beibringen sollte.? Sie kam f?r w?chentliche Unterrichtsstunden zu uns nach Hause.? Sie kam zwar immer noch, um meine Kinder zu unterrichten, ich aber musste den Unterricht wegen Schw?che und M?digkeit absagen.? Als Priscilla erfuhr, wie krank ich geworden war, erz?hlte sie mir von ihrem Glauben und bot mir an, mit mir um Heilung zu beten.? In diesem Moment begann eine Freundschaft zwischen uns, die ich bis heute sch?tze.

Etwas f?r Gott

In der folgenden Woche erkundigte sich Priscilla nach meinem Gesundheitszustand. Ich hatte keine k?rperlichen Verbesserungen bemerkt, aber ich erz?hlte, dass ich begonnen hatte, die Bibel zu lesen, und dass sie mir Trost spendete. Ich gestand jedoch, dass ich einige Passagen nicht verstand, was mich frustrierte.? Ich wusste nicht, dass unsere Klavierlehrerin sich mit der Heiligen Schrift gut auskannte. Ihre Augen leuchteten auf, als sie mir ihre Liebe zu Gott und seinem Wort erkl?rte.? Sie bot mir an, in der folgenden Woche wiederzukommen und anstelle der Klavierstunde eine Bibelstunde f?r mich abzuhalten. Gott hatte Priscilla (was „Freude des Herrn“ bedeutet) in mein Leben gebracht, und ?ber zwei Jahre lang beantwortete sie mit Freude meine Fragen ?ber die Heilige Schrift.? Sie betete mit mir und half mir, ein ordentliches Gebetsleben zu entwickeln. Die Gebetszeit f?hrte zu einer wunderbaren pers?nlichen Beziehung zu Gott. Dieses leere, ruhelose Gef?hl begann zu schwinden.

Obwohl ich immer noch sehr krank war, kam mir der Gedanke, dass ich anfangen sollte, mich nicht mehr auf mich selbst zu konzentrieren, sondern zu versuchen, etwas f?r Gott zu tun.? Gott hatte mir zahlreiche Talente gegeben, aber in meinem Zustand hatte ich wenig zu geben.? ?Herr?, betete ich, ?ich glaube, ich kann noch h?keln?. Ich fragte mich, wie Gott das H?keln gebrauchen k?nnte, aber ich bot es trotzdem an.

Am folgenden Sonntag, als ich zu schwach war, um an der Messe teilzunehmen, schaltete ich den Fernseher ein und hoffte, auf dem lokalen katholischen Sender einer heiligen Messe beiwohnen zu k?nnen. Stattdessen wurde genau in diesem Moment eine Sendung aus einer Kirche in meiner N?he ausgestrahlt. Einige Freunde und Nachbarn gingen in diese Kirche, und so fragte ich mich, ob wohl jemand von ihnen gerade dort war. Als der Gottesdienst zu Ende war, stand eine Frau auf und verk?ndete, dass sie einen neuen Dienst mit dem Namen ?Der Gebetsschal-Ministry? ins Leben rufen w?rden und H?klerinnen und Strickerinnen gesucht w?rden. Ich bin fast aus dem Bett gefallen! Gott hatte mein Gebet erh?rt und mich in den Dienst gerufen. Ich stolperte die Treppe hinunter, so schnell mich meine schwachen Beine tragen konnten, und rief eine meiner Freundinnen an, die diese Kirche besuchte. ?Wer war diese Frau… und wie kann ich mich an diesem Dienst beteiligen??,? fragte ich eindringlich.

Gott rief mich

Ich bot das Wenige an, das ich hatte, und Gott rief mich, es einzusetzen. Als sie dieses Treffen abhielten, gab er mir durch seine Gnade die Kraft, zu dieser kleinen wei?en Kirche zu gehen, und ich meldete mich an, um Gebetsschals f?r andere zu h?keln. Die Schals sollten an Kranke, Einsame, Sterbende und Menschen, die Trost brauchen, verschenkt werden, um sie daran zu erinnern, dass andere an sie denken und f?r sie beten.? Ich h?kelte viele Schals und betete f?r jeden, der Gebete brauchte. Ihre Probleme wurden zu meinen Problemen, und ihre Bed?rfnisse wurden mir wichtiger als meine eigenen. Interessanterweise begann damit der Weg zur k?rperlichen Heilung.

Mit jedem Tag wurde mein k?rperliches und geistiges Leben st?rker.? Nach ein paar Jahren zog meine Familie aus der l?ndlichen Umgebung in Neuengland in eine Stadt in Nordkalifornien.? Innerhalb weniger Monate ?ffnete Gott eine T?r, um in unserer neuen Gemeinde die Gebetsschalarbeit fortzusetzen, und er erinnerte mich daran, dass es immer noch Arbeit f?r ihn zu tun gab.

Ich liebe die Geschichte von Martha und Maria im Lukasevangelium, in der Jesus Martha hilft zu verstehen, dass sie ihre Priorit?ten neu ordnen muss: ?Du bist um viele Dinge besorgt?, sagt er zu ihr, ?aber nur wenige Dinge sind notwendig – oder sogar nur eines?. Ihre Schwester Maria hingegen sa? einfach zu den F??en des Herrn und h?rte zu, was er sagte, und Jesus bezeugt, dass ?sie sich f?r das Bessere entschieden hat, und ihr dies nicht genommen werden soll.? Ich sp?rte, dass Gott mich von Martha in Maria verwandelte.

Es war ein langer, harter Weg zur Genesung. Ich habe immer noch schwierige Tage, aber Gott hat mich von der geistigen und k?rperlichen Ersch?pfung zu einem ges?nderen Leben gef?hrt. Ich musste viele Dinge loslassen, von denen ich einst dachte, sie seien wichtig.? Ich musste mein Leben gr?ndlich reinigen, meinen Becher leeren und Gott erlauben, ihn zu f?llen. In Psalm 46:10 sagt uns Gott: ?Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin.? Jetzt f?hre ich ein ruhigeres Leben und nehme mir die Zeit, den Heiligen Geist um Unterscheidungsverm?gen zu bitten, damit ich mich nur f?r das entscheiden kann, was Gott von mir will. Meine Zeit, meine Talente und meine Sch?tze geh?ren ihm, und ich bem?he mich, in meinem Leben Raum zu schaffen, um mit Gott zusammen zu sein, seine Gegenwart zu sp?ren und seine Stimme zu h?ren.? Das sind die ?Dinge, die notwendig sind?.

Wenn wir unser Zuhause aufr?umen und gute Ergebnisse erzielen, werden wir inspiriert, andere Bereiche zu verbessern.? Dieses Konzept kann in unserem geistlichen Leben auf dieselbe Weise funktionieren.? Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass je mehr Zeit ich mit Gott verbringe und ihn in mein Leben einlade, desto mehr positive Dinge geschehen. ?Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten f?hrt? (R?m 8,28).

Deshalb m?chte ich dich heute ermutigen, dir einen Bereich in deinem Leben auszusuchen, der ein Hindernis f?r eine engere Beziehung zu Gott darstellt. Biete ihm diesen Bereich an und lade ihn ein, deinen Glauben und deine Beziehung zu ihm zu vertiefen.? Denn wie Augustinus so treffend und tiefsinnig formulierte,? ?Geschaffen hast du uns auf dich hin, oh Herr, und unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir?.

Teilen:

Teresa Ann Weider

Teresa Ann Weider hat der Kirche viele Jahre lang durch ihre aktive Beteiligung an einer Vielzahl von Diensten gedient. Sie lebt mit ihrer Familie in Kalifornien, USA.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Artikel

This site is registered on wpml.org as a development site.