Startseite/Begegnung/Artikel

Mrz 23, 2022 216 Estelle Nester

Aktuell Artikel

Begegnung

Meine Seite der Geschichte

Dieselbe Sache, die mich von der Kirche abgebracht hat, hat mich auch wieder zu ihr zur?ckgef?hrt!

Geboren und aufgewachsen in Philadelphia, besuchte ich wie die meisten meiner Freunde eine katholische Schule. Unsere Familie besuchte die Messe nur an Weihnachten und Ostern. In der Schule lernte ich etwas ?ber die Sakramente, aber meistens lernte ich die richtigen Antworten f?r den Test nur auswendig. Ich war ein gutes Kind. Ich hatte mit keinen schweren S?nden zu k?mpfen. Meine Freunde machten sich dar?ber lustig, dass ich wahrscheinlich Nonne werde, weil ich so ein Tugendbold war. Aber ich hatte keinen guten Draht zu meinem Glauben. Und nach einer schlimmen Erfahrung bei der Beichte in der vierten Klasse beschloss ich, nie wieder hinzugehen.

Nach der Schule arbeitete ich als Kellnerin im Olive Garden. Einer meiner Kollegen war ein unglaublich gut aussehender Mann namens Keith. Keith, ein talentierter Musiker und ?berzeugter Christ, lud mich in seine nicht konfessionelle Kirche ein, und ich war begeistert. Wir gingen oft zusammen hin, aber schon bald nahm Keith eine Stelle als Jugendpastor in seinem Heimatstaat Iowa an. Wir vermissten uns schrecklich, also folgte ich ihm. Wir heirateten 1996, und alles war perfekt: Keith liebte seine Arbeit in der Kirche, die Gemeinde k?mmerte sich wunderbar um uns, wir hatten drei wunderbare Kinder, und ich liebte es, dass wir eine Pastorenfamilie waren. Wir dienten dort und in einer Handvoll anderer Kirchen zwei Jahrzehnte lang. Der Dienst hatte seine H?hen und Tiefen, aber wir liebten ihn.

Der Wendepunkt

Dann, nach 22 Jahren als Pastor, verk?ndete Keith eines Tages: ?Ich glaube Gott ruft mich, meinen Job zu k?ndigen und zum Katholizismus zu konvertieren.? Ich war schockiert, auch als ich erfuhr, dass er insgeheim schon lange ?ber den Katholizismus nachdachte. Er hatte B?cher dar?ber gelesen und mit Priestern und katholischen Freunden ?ber den Glauben diskutiert. Was er ?ber die Kirchenv?ter, die Sakramente und das Papsttum herausgefunden hatte, hatte ihn bis ins Mark ersch?ttert, aber er hatte weitergemacht. Ich mochte seine neue Begeisterung, doch ich war nicht interessiert und glaubte nicht, dass er es durchziehen w?rde. Der Keith, den ich kannte, w?rde auf keinen Fall zu der stumpfen und leblosen Religion konvertieren, mit der ich aufgewachsen war. Je mehr ich bemerkte, wie Keith strahlte, wenn er von Konvertierung sprach, desto mehr geriet ich in Panik. Die Kinder wurden ?lter und waren in Kirchen aufgewachsen, die sie liebten; selbst wenn wir es wollten, konnten wir sie nicht zur Konversion zwingen. ?Es kann nicht Gottes Wille sein, dass sich unsere Familie spaltet?, dachte ich…

Wie k?nnte ich zu dem zur?ckkehren, was mir als Kind so wenig bedeutet hatte, zumal mein neuer protestantischer Glaube mich erf?llte. Ich w?rde mich mit Dingen wie der Beichte auseinandersetzen m?ssen – etwas, das ich nie wieder tun wollte. Insgeheim hoffte ich, dass es nur eine Phase war, die Keith bald ?berstanden h?tte. Der Wendepunkt kam f?r Keith nach einem katholischen Apologetik-Vortrag, bei dem er sp?rte, dass Gott direkt zu ihm sprach. Er kam nach Hause und sagte: ?Das war’s, ich mache es. Ich konvertiere. Ich wei? nicht, wovon wir leben werden, aber ich bin sicher, dass Gott mich dazu beruft; wir werden es herausfinden?. Am n?chsten Tag teilte er seiner Kirche den Austritt mit. Nun musste ich entscheiden, was ich tun sollte.

Nach monatelangem Gebet folgte ich Keith schlie?lich in die katholische Kirche. Ich hatte das Gef?hl, dass es f?r unsere Kinder das Beste w?re, wenn ihre Mutter dem Glauben ihres Vaters folgte, aber sie entschieden sich, in ihren protestantischen Kirchen zu bleiben. Es war aufregend zu sehen, wie leidenschaftlich Keith seinen ?bertritt vollzog, f?r mich hingegen war es schwieriger als gedacht. Etwa drei Monate lang weinte ich bei jeder Messe. Unsere Familie hatte in den letzten 22 Jahren gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Jetzt waren wir schmerzhaft getrennt. Au?erdem ?rgerte ich mich dar?ber, dass Keith seine Gaben nicht f?r den Dienst in der katholischen Kirche einsetzte. Da Gott ihm aufgetragen hatte seinen Job zu k?ndigen, erwartete ich mir, dass dort ein unglaublicher Dienst auf ihn warten w?rde. Ich glaubte, dass Gott einen Plan f?r Keith hatte, aber was war das? Keith war zufrieden damit, die Messe zu besuchen und alles in sich aufzusaugen, aber ich wollte sehen, wie Gott ihn auf eine neue Weise gebrauchen w?rde.

Eine wunderbare Reise

Nach ein paar Monaten des Gottesdienstbesuchs wurde ich offener f?r den Glauben. Ich begann Fragen zu stellen und zu lernen, warum wir tun, was wir tun. Ich begann, mein Herz f?r die Messe zu ?ffnen und sie zu lieben. Die Menschen in unserer Gemeinde waren wunderbare Beispiele daf?r, was es hei?t, katholisch zu sein. Ich liebte die vom Wort Gottes erf?llte Messe, den Weihrauch, das Weihwasser und die Sakramente. Ich liebte die Andachten und nat?rlich die Eucharistie. H?tte ich als Kind mehr ?ber die Eucharistie gelernt, w?re ich nicht so leicht davongekommen.

Im Sommer nach unserer Bekehrung lud uns ein Freund ein, nach Medjugorje zu fahren. Keith war Jahre zuvor dort gewesen und hatte eine wunderbare Erfahrung gemacht. Wir freuten uns beide darauf, vor allem als wir merkten, dass wir am ersten Jahrestag von Keiths Eintritt in die katholische Kirche dort sein w?rden. Was f?r eine gro?artige Art zu feiern. Mir wurde klar, dass wir so sehr mit dem Leben, der Arbeit und der Familie besch?ftigt waren, dass wir vielleicht nichts von Gott ?ber die Zukunft geh?rt hatten, weil wir uns nicht die Zeit genommen hatten, innezuhalten und zuzuh?ren. ?Vielleicht wird Gott in Medjugorje zu uns ?ber seinen Plan f?r unser Leben sprechen?, dachte ich. Die Wallfahrt war eine starke Erfahrung, aber ich h?rte nicht, dass Gott zu mir ?ber unsere Zukunft sprach. Ich begann ungeduldig und frustriert zu werden.

Bevor es zu sp?t ist

Am letzten Tag gingen wir zur Messe, zum Rosenkranz, zur Anbetung und zu allem, was sonst noch angeboten wurde. Wir wollten nichts verpassen. W?hrend der Anbetung betete ich: ?Gott, bitte sprich zu mir.? Ich sp?rte, dass Gott sagte: ?Geh zur Beichte.? ?Nein, Gott, bitte sprich direkt zu mir. Es ist unsere letzte Nacht. Bitte sag mir, was ich tun soll.? Er antwortete: ?Geh zur Beichte.? Ich diskutierte mit Gott: ?Wei?t du, wie viele Leute f?r die Beichte anstehen? Ich werde nie drankommen!?

In Medjugorje ist die Beichte eine gro?e Sache. Auch wenn es Dutzende von Priestern gibt, die die Beichte in vielen Sprachen abnehmen, k?nnen die Schlangen sehr lang sein. Jedes Mal, wenn wir vorbeikamen, wimmelte es auf dem Beichtplatz im Freien von Menschen. ?Tut mir Leid, Gott, wenn du mir das fr?her in der Woche gesagt h?ttest, w?re ich hingegangen, aber ich m?chte an unserem letzten Abend hier nichts verpassen?, schloss ich. Im Nachhinein k?nnte ich schw?ren, dass Gott mit den Augen gerollt hat.

Nach der Anbetung, w?hrend wir auf unsere Freunde warteten, schaute ich auf die Beichtschlange und versuchte zu entscheiden, was ich tun sollte. Ein Freund aus unserer Gruppe kam her?ber, sah mich an und sagte nur ein Wort: ?Pizza.? Ich sprang auf und rief: ?Ja, lasst uns gehen.? Wir am?sierten uns pr?chtig, und nachdem ich mich vollgestopft hatte, fiel mir ein, dass ich vielleicht einen gro?en Fehler gemacht hatte. ?Vielleicht h?tte ich versuchen sollen, zur Beichte zu gehen?, dachte ich. ?Ich glaube, Gott hat zu mir gesprochen, und ich war ungehorsam. Was soll ich jetzt tun? Es k?nnte zu sp?t sein.? Ich begann mich schuldig zu f?hlen.

Ich fragte Greg nach meinen Chancen, zur Beichte zu gehen. ?Es ist schon nach 21 Uhr?, sagte er, ?es wird nicht leicht sein, einen Priester zu finden, der noch da ist (vor allem einen englischsprachigen).? Ich beschloss, es zu versuchen. Wir gingen einen Block zum Beichtstuhl im Freien und fanden ihn leer und dunkel vor. Als wir um die Ecke bogen, sahen wir in der Ferne einen Priester neben einem Schild mit der Aufschrift ?English? sitzen. Ich konnte es nicht glauben. Als ich mich ihm n?herte, sagte er: ?Ich habe auf dich gewartet.?

Eine Botschaft von Gott

Ich setzte mich hin und begann mit meiner Beichte. ?Ich sollte Ihnen sagen?, begann ich, ?dass ich Probleme mit der Beichte hatte. Alle meine anderen Beichten waren halbherzig und nur aus Pflichtgef?hl gemacht. Ich habe das Gef?hl, dass Gott mir gesagt hat, ich solle heute Abend hierher kommen, also betrachte ich dies als meine erste Beichte.? Dann habe ich mein Herz ausgesch?ttet. Es dauerte sehr lange. Ich weinte, und obwohl ich das Gef?hl hatte, dass ich Jesus meine S?nden im Laufe der Jahre gebeichtet hatte, war es doch etwas Besonderes, sie laut vor einem Priester auszusprechen. Ich hatte M?he, manche Worte herauszubekommen, aber ich tat mein Bestes.

Als ich fertig war, sagte er: ?Deine S?nden sind dir vergeben.? Dann sagte er: ?Ich kann sehen, dass du deine S?nden aufrichtig bereust, aber das ist nicht der einzige Grund, warum du hier bist. Du bist hier, weil es dein letzter Abend in Medjugorje ist (das habe ich ihm nicht gesagt!) und du schon lange von Gott frustriert bist. Du wolltest, dass Er auf dieser Reise zu dir spricht, und du hast das Gef?hl, dass Er es nicht getan hat. (Auch das habe ich ihm nicht gesagt!)?

?Hier ist die Botschaft Gottes an dich?, sagte der Priester. ?Sei geduldig, mach weiter mit dem, was du tust, und vertraue auf mich.? Ich fing an zu weinen und dann zu lachen, weil ich so von Freude erf?llt war. Ich umarmte ihn und dankte ihm, dass er auf mich gewartet hatte. Ich konnte es kaum erwarten, Keith zu erz?hlen, was der Priester mir gesagt hatte. Uns wurde klar, dass es einen Grund gab, warum wir an Keiths Jahrestag, an dem er katholisch wurde, in Medjugorje waren. Es gab einen Grund daf?r, dass Gott Keith in diesem ersten Jahr nicht allzu viel tun lie?. Wir mussten geduldig und treu sein lernen. Und kurz nach seiner R?ckkehr begannen sich f?r Keith T?ren zu ?ffnen, um seinen Weg zum katholischen Glauben mit anderen teilen zu k?nnen.

Zum Beispiel hat Keith seit Beginn der Pandemie jeden Nachmittag einen Rosenkranz live auf YouTube gestreamt. Das macht er jetzt seit fast zwei Jahren jeden Tag, wobei ?ber 70 L?nder vertreten sind. Man nennt sie jetzt die Rosenkranz-Crew. Menschen aus der ganzen Welt erz?hlen Keith, dass sein Dienst ihnen geholfen hat. Wir sind sehr dankbar daf?r. Ich habe gelernt, dass wir Gott zwar oft darum bitten, zu uns zu sprechen, aber allzu oft haben wir schon entschieden, was wir von ihm h?ren wollen. Aber Gott liebt es, uns zu ?berraschen. Ist es nicht verr?ckt, dass es die Beichte war, die mich damals von der Kirche abgehalten hat, und durch die mich Jesus jetzt mit ganzem Herzen zur?ckgeholt hat?

Bittest du Gott um Rat, willst aber nicht h?ren, was er sagt? Hast du Probleme mit der Kirche, die du l?sen willst? Musst du jemanden um Vergebung bitten? Willst du dich Jesus hingeben und dein Leben ?ndern? Was auch immer dein Problem ist, versuche, deine Erwartungen loszulassen und einfach zuzuh?ren! Warte nicht l?nger. Gott spricht zu dir. H?r zu!

Teilen:

Estelle Nester

Estelle Nester is the wife of Catholic convert Keith Nester, author of the book ?The Convert's Guide to Roman Catholicism: Your First Year in the Church.? Estelle lives in Cedar Rapids IA with her husband Keith. They have three adult children.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Artikel

This site is registered on wpml.org as a development site.