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Dez 28, 2021 149 Shalom Tidings

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HIMMELSWANDERUNG MIT JESUS

Ein besonderes Interview mit Dr. Thomas D. Jones, der mit der NASA an vier verschiedenen Shuttle-Missionen teilnahm. Bei einer dieser Missionen konnte er sogar die Eucharistie mitnehmen!

Erz?hlen Sie uns, wie es war, im Weltraum zu sein und auf die Sterne und die Erde zu schauen. Wie hat sich das auf Ihren Glauben an Jesus ausgewirkt?

Auf die Verwirklichung meines beruflichen Traums, ins Weltraum zu fliegen, was sich jeder Astronaut erhofft, musste ich fast 30 Jahre lang warten. Mein erster Flug war die Verwirklichung eines Kindheitstraums. Der Blick auf diese gewaltige kosmische Kulisse, die unseren Heimatplaneten umgibt, gab mir die M?glichkeit, dar?ber nachzudenken, weshalb ich dort war. Es war eine so emotionale Erfahrung, die unglaubliche Sch?nheit des Universums und unseren Heimatplaneten in seiner ganzen Vielfalt zu sehen – wirklich atemberaubend. Ich war Gott so dankbar f?r die M?glichkeit, physisch dort zu sein – ?berw?ltigt von Seiner Gnade und Gegenwart.

Sie sind als einer jener Astronauten bekannt, die die Eucharistie ins Weltall mitnehmen durften. F?r alle Gl?ubigen ist das sehr inspirierend. K?nnen Sie von dieser Erfahrung berichten?

Es war f?r uns alle, die wir daran teilgenommen haben, ?berw?ltigend. Man kann nicht an einen so entlegenen Ort wie den Weltraum gehen und dabei sein spirituelles Leben vergessen. Es ist der Glaube, der mir auf der Erde zum Erfolg verholfen hat, und es ist derselbe Glaube, auf den ich z?hlte, um im Weltall erfolgreich zu sein. Bei meinem ersten Flug 1994 an Bord der Raumf?hre Endeavour waren zwei andere katholische Astronauten dabei. Als wir zusammenkamen, um uns auf die 11-t?gige Mission vorzubereiten, sprachen wir dar?ber, wie wunderbar es w?re, die Eucharistie mit ins All zu nehmen. Da Kevin Chilton, unser Pilot auf diesem Flug, ein au?erordentlicher Spender der Heiligen Kommunion war, erhielten wir von unserem Pfarrer die Erlaubnis, das Allerheiligste mitzunehmen.

Jeder Moment des elft?gigen Fluges war strikt verplant, aber unser katholischer Kommandant, Sid Gutierrez, konnte nach etwa sieben Tagen, nachdem der Verlauf der Mission zufriedenstellend war, eine Zeit von zehn Minuten f?r den Gottesdienst arrangieren. An diesem Sonntag – unserem zweiten Sonntag im Weltall – nahmen wir uns also eine Auszeit von all den Aufgaben der Mission, um zehn Minuten allein im Cockpit mit Gott zu verbringen, der dies alles m?glich gemacht hatte, und mit Ihm in der heiligen Kommunion Gemeinschaft zu haben. Wir erkannten, dass wir diesen Punkt ohne Seine Gegenwart unter uns niemals h?tten erreichen k?nnen. Es war wirklich befriedigend, unser Glaubensleben ins Weltall mit zu bringen und zu wissen, dass Er physisch bei uns war.

Ist es f?r Sie jemals schwierig gewesen, Wissenschaft und Glaube zusammenzubringen? K?nnten Sie die Beziehung zwischen Wissenschaft und Glaube n?her erl?utern?

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich viele Wissenschaftler kennengelernt, die spirituell sind und ihre eigenen Glaubenspraktiken haben. Hier in Nord-Virginia habe ich in meiner Kirche mehrere katholische Wissenschaftler und Ingenieure kennen gelernt, die einen starken Glauben leben. Sie glauben an die Sch?pfung Gottes und an die biblische Inspiration f?r unser Verst?ndnis des Universums.

Ich denke, die meisten Menschen haben einige spirituelle Elemente in ihrem Leben. Ich habe Astronauten gekannt, die nicht formal religi?s sind, aber sie waren alle von der spirituellen Erfahrung der Raumfahrt ber?hrt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen offen daf?r sind, was das Universum und die nat?rliche Welt um uns herum bez?glich unseres Verst?ndnisses der Sch?pfung offenbart. Wissenschaftler sind, wie alle Menschen, sehr wissbegierig hinsichtlich der Beschaffenheit ?des Universums.

F?r mich ist dies ein Zeichen daf?r, dass Wissenschaft und Spiritualit?t Hand in Hand gehen. Unsere Neugier und unser Interesse an der Natur und daran, wie sie funktioniert, wie das Universum zusammengesetzt ist und wie es erschaffen wurde – diese Neugier ist uns gegeben, weil wir nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind. Das ist ein Teil Seiner Pers?nlichkeit, die Er uns mitgegeben hat. Ich glaube also, dass die Suche nach der Wahrheit ?ber die nat?rliche Welt ein Teil unserer angeborenen menschlichen Natur ist. Ich glaube, dass das Streben nach Wissen etwas ist, das Gott viel Freude bereitet – zu sehen, wie die von Ihm geschaffenen Gesch?pfe nach den Geheimnissen suchen, wie Er das Universum zusammengesetzt hat. Wohlgemerkt, Er versucht nicht, es geheim zu halten. Er m?chte nur, dass es durch unsere eigenen Bem?hungen, unseren Einfallsreichtum und unsere Neugierde gel?ftet wird. F?r mich gibt es also keinen gro?en Konflikt zwischen Wissenschaft, Natur und Spiritualit?t. Ich glaube, dass Menschen, die versuchen, dies zu trennen, versuchen, die menschliche Natur in eine rationale und eine spirituelle H?lfte zu spalten. Das kann man nat?rlich nicht tun. Der Mensch ist ein ganzheitliches menschliches Wesen, dessen Natur nicht geteilt werden kann.

Bei Ihren Weltraummissionen haben Sie in vielerlei Hinsicht den Inbegriff menschlicher Leistung vollbracht. Sie haben etwas wirklich Gro?artiges geleistet und sind dabei etwas so viel Gr??erem begegnet – der Herrlichkeit und Majest?t von Gottes Sch?pfung… Wie war es, so viel erreicht zu haben und gleichzeitig Ihre eigene Kleinheit im Vergleich zu Gott zu erkennen?

F?r mich kristallisierte sich das alles bei meiner letzten Mission heraus. Ich half beim Aufbau der Raumstation und machte drei Weltraumbegehungen, um ein wissenschaftliches Labor namens Destiny einzurichten. Gegen Ende meiner letzten Weltraumbegehung befand ich mich am vorderen Ende der Raumstation. Da ich unserem Arbeitsplan voraus war, lie? mich die Missionskontrolle der NASA f?r etwa f?nf Minuten dort drau?en ausharren. Indem ich mich mit den Fingerspitzen am vorderen Ende der Raumstation festhielt, konnte ich mich umdrehen und die unermessliche Weite des Weltraums um mich herum sehen.

Ich blickte auf die Erde hinunter, 220 Meilen direkt an meinen Stiefeln vorbei auf das tiefe Blau des Pazifischen Ozeans. Ich schwebte und blickte auf den Horizont – tausend Meilen entfernt – und dann auf den endlosen, schwarzen Himmel ?ber meinem Kopf.

Ungef?hr 100 Fu? ?ber mir leuchtete die Raumstation wie Gold im Sonnenlicht, das von ihren Solarzellen reflektiert wurde, w?hrend wir lautlos im All schwebten. Dieser Anblick war so unglaublich sch?n, dass es mir die Tr?nen in die Augen trieb. Ich war ?berw?ltigt von dem Gef?hl: ?Hier bin ich, ein hochqualifizierter Astronaut dieser Raumstation, der die Erde umkreist, und doch bin ich nur ein mickriges menschliches Wesen im Vergleich zu diesem riesigen Kosmos da drau?en.?

Gott zog den Vorhang f?r mich ein wenig zur?ck und lie? mich diese gro?artige Weite auf eine ganz pers?nliche Weise erleben. Ich sp?rte: ?Ja, du bist etwas Besonderes, weil du diese Aussicht genie?en darfst?, aber ich wurde auch daran erinnert, wie unbedeutend wir alle in dem riesigen Universum sind, das Gott geschaffen hat. Das Gef?hl, wichtig zu sein und gleichzeitig dem?tig zu sein, war ein Geschenk von Gott. Es trieb mir buchst?blich die Tr?nen in die Augen, als ich dem Herrn dankte und mich daran erfreute, diese Aussicht mit Ihm teilen zu d?rfen. Nur sehr wenige Menschen bekommen jemals die Erfahrung und das Privileg geschenkt, die Erde aus dieser Perspektive zu sehen, und das habe ich nur Ihm zu verdanken.

Es gibt im Moment viel Verwirrung in der Welt… viel Dunkelheit und Leid; aber wenn Sie die Welt entweder von diesem einzigartigen Aussichtspunkt aus betrachten, den Sie im Weltraum hatten, oder jetzt in Ihrem gegenw?rtigen Lebenszustand, was gibt Ihnen dann Hoffnung?

Ich denke, was mich inspiriert, ist, dass wir von Gott mit einem sehr wissbegierigen Verstand ausgestattet wurden. Wir haben diese angeborene Neugierde, die uns zu Probleml?sern und Entdeckern gemacht hat. Selbst bei all den Herausforderungen, mit denen wir heute konfrontiert sind, sei es eine Pandemie, die Bedrohung durch einen Krieg oder die Ern?hrung von sieben Milliarden Menschen auf der Welt, haben wir die F?higkeiten, die uns gegeben wurden, und wir sind aufgerufen, sie zu nutzen, um diese Probleme zu l?sen. Es gibt ein riesiges Universum da drau?en, voller Ressourcen. Es fordert uns heraus, aber wenn wir ?ber unsere Heimatwelt hinaus in das Sonnensystem und das Universum blicken, gibt es eine Menge Dinge, die wir nutzen k?nnen.

Die riesigen materiellen Ressourcen auf dem Mond und den nahe gelegenen Asteroiden k?nnen die auf der Erde vorhandenen erg?nzen. Es gibt einen riesigen Vorrat an Sonnenenergie, die aus dem Weltraum geerntet und auf die Erde heruntergebeamt werden k?nnte, um alle Menschen mit der Energie und Elektrizit?t zu versorgen, die sie zum Leben brauchen. Wir sind in der Lage, Asteroiden abzuwehren, die schon oft auf der Erde eingeschlagen sind. Da wir zudem ?ber Raumfahrtkenntnisse und Verstand verf?gen, um einen Weg zur Verteidigung unseres Planeten zu entwickeln, k?nnen wir solche schrecklichen Naturkatastrophen verhindern. Wir m?ssen also nicht den Weg der Dinosaurier gehen, wenn wir die F?higkeiten, die wir erworben haben, nutzen und uns der Aufgabe stellen.

Wir leben in einer Welt, die uns ermutigt, unsere Neugier und Intelligenz zu nutzen, um diese Probleme zu l?sen. Ich bin daher sehr optimistisch, dass wir durch den Einsatz unserer F?higkeiten und der von uns entwickelten Technologie all diesen Herausforderungen einen Schritt voraus sein k?nnen. Wir sehen, wozu wir f?hig sind, wenn wir uns etwas in den Kopf setzen, sei es, einen Menschen auf den Mond zu bringen oder die erste Frau auf den Mars zu schicken. Ich denke, wir sind auch f?r die Zukunft gut ger?stet.

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Der Artikel basiert auf einem Sonderinterview, das Dr. Thomas D. Jones f?r die Shalom World Sendung „Glory to God“ gegeben hat. Um die Episode zu sehen, besuchen Sie: shalomworld.org/episode/an-astronauts-faith-dr-thomas-d-jones

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