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Jul 28, 2021 321 Graziano Marcheschi, USA

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Manchmal sind es die kleinen Wunder, die unseren Glauben st?rken und uns auf die schweren Momente im Leben vorbereiten.

 

Als meine Frau und ich Mitte zwanzig waren und ?ber einen Ruf Gottes nachdachten, n?mlich von Chicago nach Eureka Springs, Arkansas, zu ziehen ? mit einigen Mitgliedern unserer katholisch-charismatischen Gemeinschaft – beschlossen wir, Eureka zu besuchen, um zu sehen, welche Art von Unterkunft verf?gbar war. Zwei unserer Gemeindemitglieder nahmen uns auf und f?hrten uns herum. Nach einer Woche traten wir die R?ckreise nach Chicago an. Wir waren ganz aufgeregt ?ber unsere Zukunft in dieser malerischen Stadt und wollten noch letzte Vorbereitungen f?r unseren Umzug in die Ozark Mountains treffen.

Drehungen und Wendungen

Nach ein paar Stunden Fahrt zwang uns ein Motorschaden von der Stra?e. Die Werkstatt hatte eine gute Nachricht ? es war kein gr??eres Problem ? und eine schlechte ? sie konnten das Ersatzteil erst am n?chsten Tag besorgen.

Wir mussten uns ein Zimmer in einem nahe gelegenen Motel nehmen. Am n?chsten Tag, als unser Auto wieder funktionst?chtig war, machten wir uns um einiges leichter auf den Weg ?zumindest, was das Geld anging. Das Motelzimmer und die Reparaturarbeiten verbrauchten den Gro?teil unseres Bargeldes. Wir hatten kaum genug f?r Essen, und da Nancy schwanger war, kam es nicht in Frage, eine Mahlzeit auszulassen. Damals hatte ich noch keine Kreditkarten.

Wir fuhren gerade die Stra?e hinunter, als wir von einem Polizisten angehalten wurden. Er hielt uns zusammen mit f?nf anderen Autos an, weil wir zu schnell gefahren waren. Ein Auto nach dem anderen fuhr an den Stra?enrand und wartete auf seinen Strafzettel. Ich wusste nicht, wie man einen Strafzettel au?erhalb des Staates bezahlt, und vor allem nicht, wie man die Geschwindigkeits?berschreitung anfechten kann. Sehr h?flich sagte der Beamte: ?Sie k?nnen zum Gericht gehen, wenn Sie wollen. Fahren Sie an der n?chsten Ausfahrt ab, folgen Sie den Schildern in die Stadt und Sie werden das Gerichtsgeb?ude sehen.“

R?ckblick

Im Jahr zuvor machten Nancy und ich eine versp?tete Hochzeitsreise in die italienische Stadt, in der ich geboren wurde. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Assisi an, um unsere Lieblingsheiligen, Franziskus und Klara, zu besuchen. In der Basilika Santa Chiara (Klaras italienischer Name) sahen wir ihr tats?chliches goldgelbes Haar in einer Glasvitrine aufbewahrt. Nancy drehte sich zu mir und sagte: ?Wenn wir jemals ein M?dchen bekommen, m?chte ich sie Chiara nennen.“ Ich stimmte von Herzen zu und freute mich auf den Tag, an dem die Heilige Klara eine Namensvetterin in unserer Familie haben w?rde.

Als wir uns der Ausfahrt n?herten und wussten, dass wir den Strafzettel nicht bezahlen konnten, wandten Nancy und ich uns an Santa Chiara. ?Liebe heilige Klara“, beteten wir, ?hilf uns, dass wir den Strafzettel nicht bezahlen m?ssen. Bitte hilf uns.“ Scherzhaft f?gte ich hinzu: ?Heilige Klara, wir werden unser Baby auf jeden Fall nach dir benennen … auch wenn es ein Junge wird!“

Sogleich kam das Ortsschild in Sicht. Wir konnten unseren Augen nicht trauen. Der Beamte hatte uns nicht gesagt, dass er uns nach St. Clair, Missouri schickt! Erst vor kurzem erfuhr ich, dass die Stadt nach einem General aus dem Unabh?ngigkeitskrieg benannt war. Aber unsere naiven Augen sahen das „St“, gefolgt von „Clair“, und St. Clare (Heilige Klara) erf?llte unsere Herzen. Wir bemerkten nicht den Unterschied in der Schreibweise dessen, von dem wir annahmen, es sei der Name unserer geliebten Heiligen. Diese Stadt mit 4.000 Einwohnern im amerikanischen Bibelg?rtel, so dachten wir, war nach der Heiligen von Assisi benannt! ?bergl?cklich waren wir ?berzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben, als wir uns an unsere liebe Chiara wandten.

Ausweichen

Ich eilte auf das Gerichtsgeb?ude zu, in der Hoffnung, die anderen Fahrer zu schlagen, damit ich den Richter um Gnade bitten konnte, aber sofort fuhren die anderen neben uns auf den Parkplatz. Als die Gerichtsschreiberin fragte, wie ich mein Bu?geld bezahlen wolle, sagte ich, dass ich nicht glaube, zu schnell gefahren zu sein, und fragte, ob ich den Richter sprechen k?nne. Obwohl sie ?berrascht war, sagte sie, ich k?nne und nickte einem Mann zu, der an einem Schreibtisch auf der anderen Seite des Raumes sa?. W?hrend er eine lange schwarze Robe von einem nahegelegenen Hutst?nder nahm, winkte die Gerichtsschreiberin uns in Richtung des Gerichtssaals, wo der Mann, den ich gerade gesehen hatte, bereits hinter der Richterbank sa? und die Richterrobe trug.

Er rief die erste ?Raserin? auf. Sie bestand darauf, dass sie nicht zu schnell gefahren war, und zu meiner Freude war der Richter verst?ndnisvoll und stimmte sogar zu, dass Polizisten manchmal Fehler machen und unschuldige Fahrer zu Unrecht einen Strafzettel bekommen. Ich war sehr ermutigt, bis er sagte, dass er trotzdem der Polizeibeamte sei und ich ihm glauben musste. Ihr Bu?geld betrug f?nfundsiebzig Dollar.

Die zweite Angeklagte versuchte den umgekehrten Weg; voll Freundlichkeit erkl?rte sie, der gute Beamte m?sse einen Fehler gemacht haben. Wiederum gab der Richter nach und r?umte ein, dass Polizisten nicht perfekt sind und manchmal sogar die Radarger?te versagen. Aber wieder machte er eine Kehrtwende und erinnerte uns daran, dass der Beamte der ordnungsgem?? ernannte Vertreter des Gesetzes ist. Ihr Strafgeld betrug f?nfundachtzig Dollar.

Ich war der N?chste und begann mit einer Frage. ?Euer Ehren, ist es m?glich, dass ich heute hier f?r nicht schuldig befunden werde.“ ?Oh nein“, sagte er. „Die Gerichtsschreiberin sagte, Sie wollten mit dem Richter sprechen, also h?re ich gerne zu. Aber nein, ich kann Sie nicht f?r nicht schuldig befinden. Daf?r br?uchten wir ein Schwurgerichtsverfahren.“

Es stellte sich heraus, dass ich nur die Wahl hatte, auf schuldig zu pl?dieren und meine Geldstrafe zu bezahlen oder auf nicht schuldig zu pl?dieren und meine Geldstrafe zu bezahlen. Ich konnte nicht gehen, ohne die Strafe zu bezahlen. Wenn ich eine Verhandlung wollte, musste ich nach St. Clair zur?ck.

Wenn hoffnungslos verloren

?Meine Frau und ich ziehen im September in diese Gegend“, sagte ich ihm. ?Ich bin bereit, f?r eine Gerichtsverhandlung zur?ckzukehren.“ Sein Gesichtsausdruck verriet mir, dass ich Fortschritte machte. Doch pl?tzlich erhob sich Nancy, w?lbte ihren schwangeren Bauch und rief f?r alle h?rbar: „Oh Schatz, versuch nicht, mit ihm zu argumentieren. Er k?mmert sich nicht um uns. Es ist ihm egal, dass unser Auto eine Panne hatte und wir unser ganzes Geld f?r ein Motelzimmer und die Reparaturkosten ausgegeben haben. Versuche nicht mit ihm zu argumentieren, er will nur unser Geld.“ So sehr ich auch versuchte, ihr Beklagen zu unterdr?cken, sie fuhr fort.

Als ich mich in der ?berzeugung, die Hoffnung verloren zu haben, wieder dem Richter zuwandte, gab er mir ein Zeichen, mich der Richterbank zu n?hern. Als ich n?her kam, fragte er: ?Sie planen, in diese Gegend zu ziehen?“

?Ja, Euer Ehren. Wir werden im September nach Eureka Springs ziehen.“

Er griff unter seine Robe in seine Hosentasche und zog eine Visitenkarte heraus. Er reichte sie mir und sagte: ?Wenn Sie das n?chste Mal an St. Clair vorbeifahren, rufen Sie mich an.“

Ich stand da, unsicher, was ich tun sollte. Er gestikulierte, ich solle gehen. Ich verstand immer noch nicht. Er bewegte sich wieder, energischer. Z?gernd verlie?en Nancy und ich langsam den Gerichtssaal.

Als wir uns dem Schalter n?herten, fragte die Gerichtsschreiberin: ?Was hat der Richter gesagt?“

?Er hat mir gesagt, dass ich ihn anrufen soll, wenn wir das n?chste Mal durch die Stadt fahren.“

Sie sah ver?rgert aus. ?Wie hoch ist ihr Strafgeld?“ fragte sie.

?Er hat mir keins genannt“, sagte ich.

Sie sah genauso verwirrt aus, wie ich es gewesen war. ?Das ist noch nie passiert“, sagte sie. ?Ich wei? nicht, was ich mit Ihrem Ticket tun soll.“ Sie schaute uns an: ?Ok, ich denke, Sie k?nnen gehen.“

Nancy und ich stiegen ungl?ubig in unser Auto, fassungslos ?ber das, was passiert war.

Aber wir wussten, wem wir zu verdanken hatten. Wenn wir jung und weniger reif im Glauben sind, segnet Gott uns oft mit solch kleinen Zeichen, die unseren Glauben st?rken und uns f?r die Herausforderungen des Lebens bereit machen, die unweigerlich kommen. Nancy und ich empfingen viele kleine Zeichen in diesen fr?hen Tagen mit dem Herrn. Sie ?berzeugten uns, dass Gott sich auch um die kleineren Dinge im Leben k?mmert ? nicht nur um Krebserkrankungen oder Herzinfarkte, nicht nur um die Zwangsversteigerung oder den verlorenen Job. Und Gott gebraucht seine Getreuen, die Heiligen, um Kan?le seiner Gnade zu sein. Wenn wir im Herrn wachsen und unser Glaube reift, sehen wir vielleicht weniger Zeichen, weil diese fr?hen Zeichen ein Fundament soliden Glaubens gelegt haben, das uns bef?higt, „unseren Weg als Glaubende zu gehen, nicht als Schauende (durch Zeichen)? (2. Kor. 5,7).

Aber an jenem Tag vor langer Zeit, in einer Stadt, von der wir sicher waren, dass sie ihren Namen tr?gt, beteten wir, dass Santa Chiara uns helfen w?rde. Und wir haben keinen Zweifel, dass sie es tat. F?nf Monate sp?ter wurde unsere Tochter in einem Krankenhaus in Eureka Springs, Arkansas, geboren. Sie wurde auf den Namen Chiara Faith getauft.

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Graziano Marcheschi

Graziano Marcheschi serves as the Senior Programming Consultant for Shalom World. He speaks nationally and internationally on topics of liturgy and the arts, scripture, spirituality, and lay ecclesial ministry. Graziano and his wife Nancy are blessed with two daughters, a son, and three grandchildren and live in Chicago.

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