Startseite/Engagieren/Artikel

Sep 07, 2020 329 Pater Joseph Gill, USA2

Aktuell Artikel

Engagieren

Frage und Antwort

Frage: Ich f?hle mich sehr alleine in meinem Leben. Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie, und ich habe nur wenige Freunde. Wie kann ich Gl?ck finden, wenn das Alleinsein so schmerzt?

Antwort: Einsamkeit ist ein schmerzhafter, aber allt?glicher Teil des Lebens. Eine k?rzlich vom Pharmariesen ?Cigna? ver?ffentlichte Studie ergab, dass 46% der Amerikaner sich „manchmal oder immer“ einsam f?hlen, und die h?chste Rate darin haben junge Menschen (18-22 Jahre). Wenn du dich also alleine f?hlst, dann wei?t du, dass du nicht alleine bist! (Wortspiel beabsichtigt)

Jeder von uns f?hlt sich manchmal einsam. Als Priester gibt es sicherlich Zeiten, in denen ich diesen Schmerz sp?re. F?r mich ist der Sonntagnachmittag die Zeit, in der ich mich am einsamsten f?hle. Die Gottesdienste am Sonntagmorgen sind immer von solch freudigen Begegnungen mit frommen, lebhaften Gemeindemitgliedern durchdrungen, aber wenn sie alle nach Hause gehen, um bei ihren Familien zu sein, kehre ich in ein leeres Pfarrhaus zur?ck.

Wenn das passiert, versuche ich, meine Einsamkeit in Zur?ckgezogenheit zu verwandeln. Worin liegt der Unterschied? Einsamkeit ist der Schmerz der mangelnden Verbindung zu anderen Menschen. Zur?ckgezogenheit ist der Friede der innigen Verbundenheit mit dem Herrn. So schmerzhaft es auch sein mag, Einsamkeit kann eine Einladung zu einer tieferen Intimit?t mit dem Herrn sein. Wenn wir diesen Schmerz, diese Sehnsucht nach menschlichem Kontakt sp?ren, k?nnen wir den Herrn bereitwillig einladen, diese Leere zu f?llen. Er ist unser engster Freund. Er ist der Liebhaber unserer Seelen.

Und Er wei?, wie es ist, alleine zu sein! W?hrend Seiner Passion haben fast alle Seine Freunde Ihn verlassen. Das verursachte in Seinem Heiligsten Herzen unermesslichen Schmerz. Wir k?nnen unsere Einsamkeit mit Ihm teilen.

Aber gleichzeitig gilt: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist!? (Gen 2,18) Zum Gl?ck sind wir Teil einer gr??eren Gemeinschaft ? des Leibes Christi, der Kirche. Wir sind zu jeder Zeit von unserer Kirchenfamilie umgeben ? nicht nur von der irdischen Gemeinschaft der Gl?ubigen, sondern auch von den Engeln und Heiligen („Der triumphierenden Kirche?). Ihr Leben kann uns inspirieren und tr?sten. Es gibt viele Heilige, mit denen ich mich pers?nlich verbunden f?hle: Johannes Bosco, Pankratius, Mutter Teresa. Sie sind meine Freunde, auch wenn sich unsere Freundschaft im Moment auf der Ebene von „Brieffreunden“ abspielt. Wenn ich sie um F?rsprache bitte, erwidern sie dies mit Einsichten, w?hrend sie f?r mich beten! Aber eines Tages hoffe ich, sie von Angesicht zu Angesicht zu sehen und ihre Gesellschaft f?r immer zu genie?en.

Wenn wir f?r die Armen Seelen im Fegefeuer („Die leidende Kirche“) beten, verbinden wir uns auch mit unseren Lieben, die vor uns gegangen sind. Ebenso mit denen, die niemanden haben, der sich an sie erinnert und f?r sie betet, weil sie auf Erden unter Einsamkeit gelitten haben. Indem wir den Schmerz unserer Einsamkeit f?r sie aufopfern und ihre Gebete als Gegenleistung erbitten, verwandeln wir unser Elend in Verdienst.

Zus?tzlich zu unseren himmlischen Freunden sollte „Die streitende Kirche? (Mitglieder der Kirche hier auf Erden) auch eine Gemeinschaft f?r uns schaffen. Engagiere dich in deiner Pfarre, und du wirst interessante und freundliche Menschen treffen. Vielleicht gibt es eine Bibelgruppe, an der du teilnehmen kannst. Du kannst einer Gruppe beitreten f?r Menschen, die in einer ?hnlichen Lebensphase sind wie du (oder eine Gruppe gr?nden, wenn es keine gibt). Vielleicht kannst du Freunde finden, indem du anderen hilfst ? mit einer Gemeinschaft wie den Kolumbusrittern, Gemeinschaften vom Hl. Vinzenz von Paul, den Maltesern oder einer anderen helfenden Gruppe. Manchmal m?ssen wir ?ber unsere eigene Pfarrei hinausschauen.

Gibt es in deiner Stadt andere katholische Pfarreien mit lebendigen Aktivit?ten und einer Gemeinschaft, die dir n?her steht? Ich war in einigen Pfarreien, in denen die Gemeinschaftsatmosph?re warm und liebevoll ist, und an anderen Orten, wo sie fehlte. Eine bestimmte Pfarrei, der ich zugeteilt wurde, war ein Ort mit sehr wenig Gemeinschaft. Die Gemeindemitglieder kamen zur Messe und gingen sofort wieder. Auf der Suche nach einer Gemeinschaft begann ich also, als Freiwilliger in einer ?rtlichen katholischen Schule zu arbeiten, wo ich einige wunderbare Familien kennen lernte, die noch heute meine Freunde sind. Ich garantiere dir, dass die Gemeinschaft „da drau?en“ ist, wenn du nur den Mut hast, hinzuschauen!

F?r diejenigen, die ans Haus gefesselt sind, k?nnen Beziehungen auf andere Weise gekn?pft werden. Vielleicht kannst du damit beginnen, Briefe an katholische Gefangene zu schreiben, die Unterst?tzung und Ermutigung brauchen. Wir k?nnen immer zum Telefon greifen und den Kontakt mit Familienmitgliedern oder alten Freunden wieder aufnehmen. Manchmal kann allein das Versenden einer unerwarteten Danksagungskarte eine Freundschaft wiederherstellen.

Obwohl Einsamkeit der Katalysator sein kann, der eine tiefere Beziehung zu Gott aktiviert, w?nscht Gott sich auch, dass wir in Gemeinschaft mit anderen Menschen leben und uns gegenseitig unterst?tzen. Wir sind dazu gemacht, unsere Liebe zu Gott zu zeigen, indem wir eine Gemeinschaft von Familie und Freunden aufbauen, die wir lieben und f?r die wir sorgen k?nnen. Suche nach ihnen ? und du wirst sie finden.

Teilen:

Pater Joseph Gill

Pater Joseph Gill ist Seelsorger an der Highschool und arbeitet in der Pfarrei. Er ist Absolvent der Franziskaner-Universität von Steubenville und des Mount St. Mary's Seminars. Pater Gill hat mehrere Alben mit christlicher Rockmusik veröffentlicht (erhältlich bei iTunes). Sein Debütroman "Days of Grace" (“Tage der Gnade”) ist auf amazon.com erhältlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Artikel

This site is registered on wpml.org as a development site.