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Jul 28, 2021 293 Rosanne Pappas

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Ein Tag am Strand

Schockiert starrte ich den Fremden an. Wo war er pl?tzlich hergekommen?

Es war ein herrlicher Strandtag, nicht eine Wolke am Himmel. Ich lehnte mich im Liegestuhl zur?ck und vergrub meine F??e tief im Sand, wackelte mit meinen Zehen und hoffte, einen Hauch k?hlen Sand zu erwischen. Es war ein brennend hei?er Juli-Tag an der Westk?ste Floridas.

Meine Freundin und ich genossen den Tag zusammen, beobachteten wie mein drei Jahre alter Sohn auf dem R?cken seines zw?lf Jahre alten Cousins ritt, w?hrend dieser durch das flache gr?ne Wasser plantschte. Es war Ebbe nahe dem Damm, wo eine kleine Bucht den Jungs reichlich Platz zum Spielen im k?hlen Wasser abseits vom Strand bot. Der perfekte Ort!

Ich atmete tief durch, ?ffnete den Wasserk?hler, nahm meine eiskalte Wasserflasche und trank einen gro?en Schluck. Ich musste erfrischt und hydratisiert bleiben, da ich fast im neunten Monat schwanger mit meinem dritten Sohn war. Ich schloss die K?hlbox und schaute wieder auf meinen Sohn im Wasser. Er und sein Cousin hatten sich getrennt und er rannte lachend und spritzend durch das Wasser. Dann sah es aus, als h?tte er sich hingesetzt, aber er schien zu tief im Wasser zu sitzen. Da stimmte etwas nicht.

?Was macht er da? Warum steht er nicht auf?? schrie ich und erhob mich aus dem Stuhl. ?Das verstehe ich nicht…?

?Das ist komisch?, sagte meine Freundin.

Ich f?hlte Panik durch meinen K?rper jagen. ?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir?, betete ich w?hrend ich zum Wasser lief, die Augen auf seinen kleinen Kopf fixiert, ?du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus, heilige Maria Mutter Gottes… gegr??t seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir?? Durch das Wasser laufend wunderte ich mich: ?Warum steht er nicht auf? Bitte lass seinen Kopf nicht unter Wasser tauchen, bitte Jesus.?

Atemlos und voller Angst erreichte ich die Stelle, von wo aus ich sehen konnte, dass er in ein Loch in dem sandigen Boden gefallen war, das von dem Strand aus nicht zu erkennen war. Er strampelte wie wild im Wasser, versuchte seinen Kopf ?ber Wasser zu halten. Der Schreck durchfuhr mich wie ein Blitz. Ich fasste meinen Sohn und zog ihn an mich w?hrend ich aus dem Loch kletterte. ?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Bitte Maria, bitte rette ihn, bitte Maria, Jesus wird auf dich h?ren. Du bist gebenedeit unter den Frauen…?

Sein Atem ging schwer.

?Ruft den Notarzt!? rief ein Mann.

Ich drehte mich um und sah den Mann verwundert an.

?Was? Sein Kopf war nie unter Wasser?, sagte ich, und fragte mich, woher der Mann pl?tzlich kam.

?Ruft den Notarzt. Falls er Wasser inhaliert hat, k?nnte er auf dem Parkplatz ertrinken! Rufen Sie den Notarzt!? meinte er forsch.

Ich drehte mich um und rief meiner Freundin zu, den Notarzt zu rufen. Gleichzeitig wunderte ich mich verst?rt, wovon er sprach.

Mein Sohn erbrach sich ?ber meine Schulter.

Ich schrie erneut: ?Ruf meinen Ehemann an.?

?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade…?

Der Mann kam ein wenig n?her.

?Ich war auf der anderen Seite der Bucht und Gott sprach in meinem Herzen. Er sagte mir, intensiv zu beten und sofort auf die andere Seite der Bucht zu laufen. Ich sah Sie in Panik und wusste, dass ich da hingehen sollte und der Bub derjenige war, f?r den ich beten musste.?

Ich starrte ihn an, geschockt von seinen Worten und dem Ernst der Lage.

Ich hielt meinen Sohn fest. ?Alles ist gut, Schatz.? Stillschweigend fuhr ich fort: ?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir…?

Mein Mann kam, nahm unseren Sohn und legte ihn ?ber die Schulter.

Er erbrach erneut.

Ich wischte ihm den Mund ab, beugte mich nah an sein Gesicht und sagte: ?Du wirst wieder gesund, Schatz. Alles wird gut.? Dabei versuchte ich verzweifelt meine wachsende Angst und Sorge zu verbergen.

?Gegr??t seist du Maria…? betete ich immer weiter, w?hrend ich versuchte, ihn zu beruhigen.

Der Krankenwagen traf ein. Die Rettungssanit?ter ?bernahmen.

?Wir rufen den Hubschrauber der K?stenwache, um ihn ins All Children’s Hospital zu fliegen?, sagten sie.

?Was? Warum? Sein Kopf ist nie unter Wasser getaucht?, sagte ich.

?Das macht keinen Unterschied, wir m?ssen sicher sein, dass er in Ordnung ist?, sagten sie.

Ich sah sie entsetzt an. Das konnte nicht wahr sein, dachte ich.

?Gebenedeit unter den Frauen…?

Mein Mann und ich starrten einander an.

Der Mann neben mir brach die Stille.

?Ich werde nicht aufh?ren zu beten.?

Der Hubschrauber landete.

Der Rettungssanit?ter stieg aus dem Hubschrauber und kam auf uns zu, ?ffnete seine Arme, um unseren Sohn zu nehmen.

?Ich komme mit ihm?, sagte ich.

?Es tut mir leid, aber Sie k?nnen nicht mit uns im Hubschrauber fliegen. Wir k?nnen uns nicht um ihn und auch noch um Sie k?mmern. Sie k?nnten durch den Stress Wehen bekommen. Wir werden uns gut um ihn k?mmern.?

?Ich werde gehen?, erkl?rte mein Ehemann.

?Nein, auch Sie k?nnen wir nicht mitnehmen, nur den Jungen. Wir m?ssen uns auf ihn konzentrieren?, bekr?ftigten sie.

Hilflos sahen mein Mann und ich zu, wie sie unseren Sohn in den Hubschrauber trugen.

?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade, bitte Jesus, Maria, bitte…?

?Lass uns fahren?, sagte mein Mann.

Wir sprangen ins Auto und rasten die Bucht entlang zum All Children’s Hospital.

?Du darfst keine vorzeitigen Wehen bekommen?, sagte er.

?Mir geht es gut?, sagte ich, ?Bring uns einfach nur schnell dorthin?, w?hrend ich leise betete, ?gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.?

Wir erreichten den Parkplatz der Notaufnahme und rannten in das Krankenhaus. Sie leiteten uns durch den Tunnel zum Fl?gel der Kinderklinik.

Mein Ehemann rannte und ich folgte ihm, au?er Atem, ohne Schuhe und mit einem nassen Badeanzug bekleidet.

?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade…?

Wir wurden in sein Zimmer gebracht. Ich legte mich in sein Bett und hielt ihn fest.

Der Arzt kam herein.

?Er ist stabil und in gutem Zustand, aber wir werden ihn zur Sicherheit ?ber Nacht hier behalten?, sagte er.

Ich seufzte erleichtert, dann betete ich lautlos weiter, w?hrend meine Gedanken verwirrt umherschwirrten, wie das alles passieren konnte.

Mein Sohn schlief in meinen Armen ein, und ich f?hlte mich dankbar, aber schuldig. Ich war eine schlechte Mutter, die ihren Sohn fast ertrinken lie?. Voller Scham lie? ich meinen Tr?nen in dem dunklen, stillen Krankenhauszimmer freien Lauf.

Vor Kummer schluchzend nahm ich mein Telefon und rief meinen geistlichen Vater an, einen heiligm??igen Priester. Es war halb zehn in der Nacht, so dass ich wenig Hoffnung hatte, dass er abheben w?rde… doch seine Stimme unterbrach meine besorgten Gedanken.

Er hob ab!

Ich breitete vor ihm die ganze furchtbare Geschichte aus, was an diesem Tag passiert war.

?Bitte bete f?r ihn, Vater?, bat ich.

Er betete mit mir, aber ich f?hlte mich noch immer ganz aufgew?hlt.

?Mein Sohn ist meinetwegen beinahe ertrunken?, gestand ich.

?Nein. Du hast ihm das Leben gerettet?, sagte er beruhigend.

Schluchzer der Erleichterung mischten sich unter mein ?ngstliches Weinen.

?Gott ist bei dir. Alles wird gut werden?, sagte er.

?Danke, Vater?, sagte ich. Mein Blick fiel auf meinen kleinen Sohn, der friedlich dem Trauma des Tages entschlief. Ich kuschelte mich eng an ihn, w?hrend meine Lippen weiter zu Maria um F?rsprache beteten, bis auch ich endlich einschlief. ?Gegr??t seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir…?

Am n?chsten Morgen verlie?en wir mit unserem fr?hlichen, gesunden Sohn dankbar das Krankenhaus.? Wir waren kaum zu Hause angekommen, als sich mein Mann ihm zuwandte und sagte: ?Es ist an der Zeit, dass wir wieder schwimmen gehen, Kumpel.?

?ngstlich starrte ich meinen Mann an. Er fl?sterte: ?Lass mich das tun.?

Mit Herzklopfen beobachtete ich, wie mein Ehemann ihn ins Wasser lockte und sie fr?hlich gemeinsam umher schwammen.

In seiner n?chsten Schwimmstunde erz?hlte mir die Lehrerin, dass sie ihm erst letztes Mal beigebracht hatte, wie man Wasser tritt.

Ich musste weinen.

Danke Jesus, danke Maria.

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Rosanne Pappas

Rosanne Pappas ist Künstlerin, Autorin und Rednerin. Sie inspiriert andere, indem sie persönliche Geschichten über Gottes Gnade in ihrem Leben teilt. Seit über fünfunddreißig Jahren verheiratet leben sie und ihr Ehemann in Florida und haben vier Kinder.

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