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Dez 28, 2021 173 Rosanne Pappas

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Als sie ?Ja? zum Leben sagte

Ich hatte ihn noch nie getroffen… und doch sagte er, ich h?tte sein Leben gerettet…

Es war der Vorabend des 4. Juli. Bella, meine f?nfzehnj?hrige Tochter, und einige ihrer Freunde waren oben und spielten Videospiele. Sie st?rmten die Treppe hinunter und kamen in die K?che, wo mein Mann und ich uns unterhielten.

?Mama, wir sind alle hungrig. Kannst du uns ein paar getoastete K?sesandwiches machen??, fragte Bella.

?Klar?, sagte ich.

?Randy m?chte dir eine Frage stellen“, sagte Bella.

Randy kam auf den Herd zu.

?Du warst schon einmal hier, nicht wahr?? sagte ich zu ihm, w?hrend ich mir eine Pfanne schnappte und den Herd einschaltete.

?Ja, vor einem Monat oder so?, antwortete er mit einem breiten, warmen L?cheln.

?Stimmt. Und woher kommst du?? fragte ich.

?Nun, meine Familie kommt aus Marokko?, sagte er.

Der Ausl?ser

Randy hatte eine nette, freundliche Ausstrahlung. Ich war mir nicht sicher, ob er mit Bella zur Schule ging oder ob sie sich ?ber die soziale Medien, den Fu?ball oder eine Party kennengelernt hatten.

?Wow, wie exotisch?, sagte ich mit einem breiten Grinsen. ?Gehst du auch auf Bellas Schule??

?Nein?, sagte er. ?Wir haben uns diesen Sommer am Strand kennengelernt.??

?Oh, okay. Was hast du f?r eine Frage, Randy??

?Hast du meiner Mutter eine Abtreibung ausgeredet, als sie mit mir schwanger war??

Ich war v?llig ?berrumpelt. Wer ist er? Wo wohnt er, fragte ich mich, w?hrend ich ihn anstarrte und mir den Kopf zerbrach, um mich zu erinnern, ob ich vor langer Zeit mit seiner Mutter zu tun gehabt hatte.

Ich war mir sicher, dass ich es nicht gewesen sein konnte, bis ich Bella und Randy sah, die nebeneinanderstanden. Pl?tzlich erinnerte ich mich an ein Gespr?ch mit einer jungen Frau, als ich mit Bella schwanger war.

?Wie hei?t deine Mutter?? fragte ich.

?Maryam?, sagte er.

Ein Schauer lief mir ?ber den R?cken. Wie um alles in der Welt war ihr Sohn in meiner K?che gelandet…und befreundet mit Bella? Ich schaute ihm ins Gesicht.

?Ja, das war ich.? sagte ich.

Randy st?rzte auf mich zu und schlang seine Arme um mich. Er dr?ckte mich fest an sich.

?Du hast mir das Leben gerettet. Du hast mir das Leben gerettet. Ich danke dir. Danke?, sagte er immer wieder.

Mehrere Minuten lang standen wir in der K?che und umarmten uns.

Aufholbedarf

Ich wandte mich an meinen Mann: ?Kannst du das glauben??

?Nein, das kann ich nicht?, sagte er und starrte mich ungl?ubig an.

Randy rief seine Mutter an und erz?hlte ihr von unserem Gespr?ch. Dann reichte er mir das Telefon.

?Ich habe Gott gebeten, mir zu helfen, dich wiederzufinden, und er hat es getan! Kannst du glauben, dass Randy und Bella Freunde sind??, sagte Maryam, w?hrend ihre Stimme vor R?hrung ?berquoll.

?Ich kann das alles nicht glauben, Maryam. Ich bin wirklich ?berw?ltigt?, sagte ich.

Bevor wir den H?rer auflegten, machten wir aus, uns zu treffen, um die letzten f?nfzehn Jahre unseres Lebens nachzuholen.

Mein Mann sch?ttelte immer wieder den Kopf.

?Ich wei? noch, wie du an dem Abend nach Hause kamst. Ich habe dir gesagt, dass du verr?ckt bist, weil du ihr auf keinen Fall eine Abtreibung ausreden kannst?, sagte er.

Ich dachte an diesen Abend vor fast sechzehn Jahren zur?ck. Es war ein Samstag, und ich war beim Abendessen mit meinen Schwestern und einigen Freunden. Ich sa? am Kopfende des Tisches, weil wir meine vierte Schwangerschaft feierten.? Unsere Kellnerin war eine sch?ne, elegante, dunkelhaarige junge Frau, die ebenfalls schwanger war.

Ein innerer Schatz

Nach dem Essen reichte mir die Kellnerin meine Reste, hockte sich dann neben mich und fl?sterte: ?Ich w?nschte, ich k?nnte meine Schwangerschaft auch feiern, aber ich kann nicht. Ich habe am kommenden Mittwochmorgen einen Abtreibungstermin.?

Ich war schockiert und traurig.

?Warum hast du einen Abtreibungstermin?? fragte ich.

?Ich bin nicht verheiratet, und in meinem Heimatland werden meine Eltern aus ihrer Stadt verbannt und verlieren ihr Gesch?ft, wenn jemand herausfindet, dass ihre Tochter unverheiratet ist und ein Baby hat.?

?Das ist schrecklich, aber woher sollen sie es erfahren??

?Sie werden es herausfinden. Das verstehst du nicht?, sagte sie.

?Du hast recht, ich kann es nicht verstehen. Aber ich wei?, dass Gott will, dass du dieses Kind bekommst, sonst h?tte er es dir nicht gegeben.?

?Ich bin keine Christin wie du, ich bin Muslimin. Ich habe nicht denselben Gott wie du?, sagte sie.

?Doch, das hast du. Es gibt nur einen Gott?, sagte ich.

?Mein Freund und ich streiten uns; um unsere Beziehung steht es schlecht.?

?Es tut mir leid, dass du Probleme hast. Ich habe noch drei weitere Kinder. Bei meinem ?ltesten wurde fr?h eine seltene und t?dliche Krankheit diagnostiziert, und wir konnten uns nicht vorstellen, dass er heute noch bei uns sein w?rde. Und jetzt, mit 42 Jahren, bin ich mit meinem vierten Kind schwanger und stehe vor meinem vierten Kaiserschnitt. Aber trotzdem kann ich dir sagen, dass, egal was mit deinem Freund passiert, und trotz deiner schwierigen Situation, dieses Kind dein Schatz sein wird, du wirst sehen.?

?Ich habe niemanden, ich kann das nicht tun.?

?Du hast mich. Gib mir deine Nummer und ich rufe dich morgen fr?h an.?

Ich schaute auf ihr Namensschild, als sie schnell ihre Handynummer auf meine Essens-Box schrieb, und wir verabschiedeten uns.

Am n?chsten Morgen rief ich Maryam an. Sie erkl?rte mir ihre finanzielle Situation und erz?hlte mir einige Details ?ber ihre Beziehung zu ihrem Freund. Ich verstand, warum sie den einzigen Ausweg in einer Abtreibung sah. Ich konnte mir nicht vorstellen, in ihrer Lage zu sein. Ich erz?hlte ihr von einem ?rtlichen Schwangerschaftsberatungszentrum und gab ihr dessen Telefonnummer.

Allen Widrigkeiten zum Trotz

Am Tag vor ihrer geplanten Abtreibung rief ich Maryam erneut an. Sie teilte mir die erstaunliche Neuigkeit mit, dass die Schwangerenberatung ihr helfen w?rde und sie ihre Abtreibung abgesagt hatte. Wir sprachen w?hrend unserer Schwangerschaften immer wieder miteinander, aber nach der Geburt unserer Babys verlor sich der Kontakt.

Ich sah Randy an.

?Deine Mutter war eine wundersch?ne junge Frau, die schwanger wurde und sich in einem hoffnungslosen Chaos befand. In der Nacht, in der wir uns trafen, f?hlte sie sich allein, verloren und sie war voller Scham. Ich habe sie nur daran erinnert, dass Gott keine H?user der Schande baut, sondern die Menschen. Er baut H?user der Gnade, und er wollte ihr mit dir einen unwiederholbaren Schatz schenken. Der Mut deiner Mutter, dich trotz aller Widrigkeiten zu bekommen, war heldenhaft. Ich bin dankbar, dass ich eines der kleinen Teile war, die Gott durch eine zuf?llige Begegnung zusammengef?gt hat.?

Ich wandte mich an Bella.

?Und du warst auch ein wichtiger Teil davon, denn Maryam h?tte sich mir nie anvertraut, wenn ich nicht auch schwanger gewesen w?re.?

Bellas sch?ne, mandelf?rmige Augen ?ffneten sich weit und sie l?chelte stolz.

Maryam zu lieben und ihr an diesem Abend zuzuh?ren, verlangte von mir sehr wenig. Schlie?lich war sie ja nicht meine unverheiratete, schwangere Tochter. Ich fragte mich, ob ich auch so reagiert h?tte, wenn es meine Tochter gewesen w?re? Mein Gespr?ch mit Maryam fordert mich heraus, eine Mutter zu sein, die auf die Fehler und Schw?chen ihrer Kinder mit Gnade und dem Glauben an ihr Gutsein reagiert, anstatt mit Scham und Verurteilung. Ich m?chte der Mensch sein, zu dem sie kommen, wenn sie in Schwierigkeiten sind, damit ich sie daran erinnern kann, dass sie nicht ihre Fehler sind. Ich m?chte, dass sie wissen, dass ich in meinem Leben durch meine Fehler, Vers?umnisse und S?nden viel Unheil angerichtet habe, aber dadurch habe ich die erl?sende und verwandelnde Liebe Gottes erfahren. Und das k?nnen auch sie.

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Rosanne Pappas

Rosanne Pappas ist Künstlerin, Autorin und Rednerin. Sie inspiriert andere, indem sie persönliche Geschichten über Gottes Gnade in ihrem Leben teilt. Seit über fünfunddreißig Jahren verheiratet leben sie und ihr Ehemann in Florida und haben vier Kinder.

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