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Es war im Jahre 1992 als ich ein neues Dorf im westlichen Teil von Karbi Anglong im Bezirk Assam in Indien besuchte. Dort traf ich Mr. P. Rai, der schon lange den Wunsch hegte, ein J?nger unseres Herrn Jesus zu werden. Als ich mit ihm sprach, forschte ich nach: ?Also Mr. Rai, Sie m?chten wirklich ein J?nger des Meisters werden??
?Ja?, antwortete er, ?aber welche Vorteile werde ich dadurch bekommen??
?Sie werden eine Menge Kreuze und Schwierigkeiten in Ihrem Leben bekommen?, ?sagte ich ganz unverbl?mt. ?Wollen Sie dem Herrn also nachfolgen?? Nachdem er meine Worte geh?rt hatte, ging mein Freund Mr. Rai traurig weg.
Jesus kennt keine Christen ohne Kreuz, der Waffe der Erl?sung.
Indem einem Christen das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn gezeichnet wird (Ez 9,4), wird er versiegelt und gesalbt f?r den Tag des Heils. Die Unm?glichkeit, ohne das Kreuz ein J?nger Christi zu sein, wird vom Herrn selbst best?tigt: ?Wer nicht sein Kreuz tr?gt und mir nachfolgt, der kann nicht mein J?nger sein.? (Lk 14,27) Gerade so, wie der Meister sein eigenes Kreuz auf sich nahm und die Reise seines Lebens startete (Joh 19,27), soll ein jeder J?nger es ihm gleich tun.
Es gibt drei Arten von J?ngern in der Welt.
Kreuzlose Christen
Diese Christen wollen so wie Mr. Rai ein J?nger Christi sein ? aber ohne die Schmerzen und Leiden des Kreuzes. Sie nehmen zwar bereitwillig und freudig (Lk 8,13) jeden Vorteil und jede Annehmlichkeit an, die das J?nger-Sein mit sich bringt, aber sie lehnen das ?Geheimnis des Kreuzes? ab, diese Waffe des Heils im Kampf um das Leben (Eph 6,10), ja sie hassen das Kreuz geradezu. ?
?Wenn sie dann um des Wortes willen bedr?ngt oder verfolgt werden? (Mk 4,17), werden sie ganz schnell abtr?nnig, denn nur ?eine Zeit lang glauben sie? (Lk 8,13). Kreuzlose Christen wollen ?billige Gnade? und ein ?billiges Christentum? und weisen jede Art von Kreuz und Leiden von sich.
Um ?den Menschen zu gefallen? (Gal 1,10), predigen manche geistlichen Leiter ein kreuzloses und billiges Christentum (1 Kor 1,23) und Christus wird seiner Kraft beraubt.
?Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen au?er Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten? Meine Botschaft und Verk?ndigung war nicht ?berredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit st?tzte, sondern auf die Kraft Gottes.? (1 Kor 2,2-5)
Kreuzlose Christen k?nnen bestenfalls die J?nger jenes Simon Petrus sein, der Christus davon abriet, sein Kreuz auf sich zu nehmen, und der deswegen vom Herrn strengstens in die Schranken gewiesen wurde. ?Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.? (Mt 16,23)
Heutzutage gibt es vieler solcher ?Simons?, die freudig Christus annehmen wollen, aber die Idee des Kreuzes verwerfen. Eigentlich kann man sich einen J?nger ohne Zucht oder Kreuz gar nicht vorstellen, denn das Kreuz und die t?gliche Selbstverleugnung (Lk 9,23) sind wesentliche Bestandteile des christlichen Lebens. Der hl. Paulus hat nichts gepredigt au?er dem Kreuz Christi. ?Leide mit mir als guter Soldat Christi Jesu!? (2 Tim 2,3; 2 Kor 4,10; Gal 6,14) Er hat auch einige Christen unter den Philippern als ?Feinde des Kreuzes Christi? (Phil 3,18) entlarvt. Kann das auch heute noch zutreffen?
Christlose Christen
Es ist ein Widerspruch in sich, ein ?Christ ohne Christus? zu sein. Christlose Christen haben eine Menge Kreuze zu tragen, aber in ihnen findet sich kein Christus, der ihrem Leiden eine Bedeutung oder einen Wert g?be. Christlose Christen enden verzweifelt ? so wie Judas. Wenn sie f?hig w?ren, die Herrschaft Christi anzuerkennen, k?nnte ER ihre Schmerzen und Lasten erleichtern (Mt 11,28).
Christerf?llte Christen
Das sind die wahren Christen, weil sie Christus in sich tragen (Kol 1,27) und ?u?erlich ihr Kreuz (Lk 9,23). Sie folgen Christus, indem sie IHM ihr Kreuz nachtragen – so wie der wahre J?nger namens Simon von Cyrene (Lk 23,26), damit sie nicht ?disqualifiziert? bzw. verworfen werden (1 Kor 9,27). Solche Christen sind in ihrem Benehmen z?chtig und diszipliniert (Sir 51,19). Denn nur der, der den Herrn f?rchtet, wird sich SEINER Zucht unterwerfen und IHM folgen (Sir 32,14; Jer7,28).
Lasst uns beten, dass wir mit seiner Gnade wahre J?nger Christi sind und ihm nachfolgen. Der hl. Paulus wollte nur zwei Dinge in seinem Leben, n?mlich erstens die Macht des auferstandenen Herrn kennen und zweitens Anteil an SEINEM Kreuz haben (Phil 3,10). Die Schrift stellt ihn vor als einen wahren J?nger, der christerf?llt sein t?gliches Kreuz trug. M?ge der Leidensknecht Jahwes alle Christen st?rken, das Beispiel des heiligen Paulus nachzuahmen.
Amen. ???
Fr. Eapen SDB
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