Startseite/Begegnung/Artikel

Jul 28, 2021 314 Father Tao Pham

Aktuell Artikel

Begegnung

Trotze dem Sturm!

Pfarrer Tao Pham erz?hlt von seiner beeindruckenden Reise durch den Sturm ? trotz seiner L?hmung

Um meinen Traum, Priester zu werden, zu erreichen, musste ich viele Herausforderungen und Schwierigkeiten ?berwinden. Viele Male, wenn die Schmerzen unertr?glich schienen, betete ich, dass meine Leiden mit Jesu Leiden vereint werden w?rden. Ich wusste, dass Jesus alles tun kann. Wenn er also wollte, dass ich Priester werden w?rde, dann w?rde ich eines Tages auch ein Priester sein. Ich wurde im Norden Vietnams geboren, als siebtes von 8 Kindern. Wir wuchsen in einem sehr armen Dorf auf, wo die Schulzeit nach der 9. Klasse endete. Ich sp?rte, dass Christus mich zum Priestertum berief. Dies war aber nur m?glich, wenn ich eine Hochschulausbildung erhielt. Als ich 14 Jahre alt war, verabschiedeten mein Bruder und ich uns schweren Herzens von unserer Familie, damit wir die weiterf?hrende Schule besuchen konnten.

Zu dieser Zeit hatte die kommunistische Regierung in Nordvietnam alle Priesterseminare geschlossen. Also verbrachte ich nach dem Abitur 4 Jahre damit, unserem Gemeindepfarrer hauptamtlich zu assistieren, 4 Jahre an der Universit?t zu studieren und 4 Jahre zu unterrichten, bevor ich schlie?lich das Priesterseminar im S?den begann. Mein Traum ging endlich in Erf?llung ? doch das war erst der Anfang. Als ich ein 3-j?hriges Studium in Philosophie abgeschlossen hatte, wurde ich eingeladen, mein Studium f?r das Priestertum in Australien zu beenden.

Unverhofft kommt oft …

Nach weiteren 3 Jahren Theologiestudium und einem Jahr Pastoralpraktikum erhielt ich endlich die frohe Nachricht, dass der Bischof den Termin f?r meine Diakonweihe festgelegt hatte. Ein paar Tage vor dem gro?en Tag hatte ich ein kleines Malheur, als mir beim Ausladen des Gep?cks der Kofferraumdeckel auf die Finger fiel und sie zerquetschte. Die anderen Seminaristen s?uberten meine Hand, aber die Finger schwollen so an und schmerzten, dass ich nach 3 Tagen schlie?lich ins Krankenhaus ging. Zu meiner ?berraschung sagten mir die ?rzte, dass ich weniger als 50% der normalen Blutmenge hatte, weil ich innerlich blutete. Sie entdeckten ein Magengeschw?r, das notoperiert werden musste.

Als ich aufwachte, war ich erstaunt, dass ich ans Bett gefesselt war. Der Arzt sagte, ich h?tte so stark gezittert, dass sie mich festbinden mussten, damit ich eine Bluttransfusion erhalten konnte. Sie sagten mir auch, dass ich zudem Tetanus hatte. ?Aber nach 40 Tagen Behandlung war ich gesund genug, um zur?ck ins Seminar zu gehen und das intensive Studium vor der Priesterweihe zu beginnen. Nach einigen Wochen bat mich der Bischof, zu ihm zu kommen und bei ihm zu bleiben. Es war wunderbar, ihm bei der Messe beizuwohnen, aber pl?tzlich brach ich in der Kathedrale zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Sie brachten mich auf die Intensivstation, weil ich eine schlimme Blutinfektion entwickelt hatte, und keiner erwartete, dass ich ?berlebte. Meine Atmung setzte aus und musste an die lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen werden. Da die ?rzte sicher waren, dass ich sterben w?rde, schickten sie nach meiner Familie und mein Bruder kam aus Vietnam. Nachdem ich die Krankensalbung erhalten hatte, wurden die Maschinen abgeschaltet, aber ich starb nicht. Nach ein paar Stunden schalteten sie die Maschinen wieder ein. Ein paar Wochen sp?ter schalteten sie die Maschinen wieder ab, aber ich ?berlebte trotzdem. Am Ende lag ich 74 Tage lang im Koma und wurde 18 Mal operiert.

Fast verloren

Als ich aus dem Koma aufwachte, hatte ich immer noch starke Schmerzen. Ich konnte nicht sprechen, weil ein Schlauch in meinem Hals steckte. Auch nachdem die Schl?uche entfernt worden waren, konnte ich nicht sprechen. Es dauerte Monate, bis ich langsam und unter Schmerzen wieder sprechen lernte. Mein Zustand war immer noch kritisch, also bereiteten die ?rzte mich auf eine weitere Operation vor, in die mein Bruder bereits eingewilligt hatte. Doch als ich las, dass sie planten, mein Bein zu amputieren, weigerte ich mich. Der Arzt sagte mir, dass ich sterben w?rde, wenn es nicht amputiert werden w?rde, aber ich wollte nicht, da dies mich daran gehindert h?tte, zum Priester geweiht zu werden. Ich wollte meinen Traum, Priester zu werden, nicht aufgeben, auch wenn meine Familie und viele gute Freunde mir sagten, dass es hoffnungslos sei und ich einfach nach Hause nach Vietnam gehen und heiraten sollte. Es war sehr herausfordernd, geistig und k?rperlich, aber ich setzte meine Hoffnung und mein Vertrauen in Gott.

Nach einem Monat ohne normale Nahrungsaufnahme sehnte ich mich verzweifelt danach, unseren Herrn in der Heiligen Kommunion zu empfangen. Wenn ich auch nur einen Tropfen des Kostbaren Blutes empfangen k?nnte, so wusste ich, w?rde ich geheilt werden. Am n?chsten Tag brachte mir Pater Peter das Kostbare Blut in der Heiligen Kommunion. Als er mir ein paar Tropfen in den Mund tr?ufelte, stellte ich mir vor, wie es in meinen K?rper floss und die Infektion ber?hrte. Am n?chsten Tag f?hlte ich mich viel besser. Es wurden Tests gemacht und die Infektion war verschwunden.

Nach mehr als einem Jahr im Krankenhaus hatten wir ein Treffen mit dem Personal des Krankenhauses, um ?ber meine Zukunft zu sprechen. Der Bischof nahm im Namen meiner Familie teil. Der Arzt berichtete, dass ich nie wieder gehen k?nnen w?rde und f?r den Rest meines Lebens 24 Stunden am Tag intensive Pflege ben?tigen w?rde. Sie sagten, dass ich nicht in der Lage sein w?rde, mich selbst zu versorgen, mich selbst zu duschen oder sogar ohne Hilfe ins oder aus dem Bett zu kommen. Es war niederschmetternd, dies zu h?ren und noch niederschmetternder war die Entscheidung des Bischofs, dass er mich nicht zum Diakon oder Priester weihen w?rde. Nach all den Jahren des Studiums und des Wartens schien mein Traum vorbei zu sein.

Es war sehr schwer f?r mich, aber ich betete weiter. Ich war entschlossen, wieder zu gehen, also arbeitete ich hart an all den schmerzhaften ?bungen, die mir aufgetragen wurden, und opferte mein Leiden in Einheit mit Christus f?r all die Menschen auf, die meine Gebete brauchten. Die Rehabilitation dauerte Jahre. Oft wollte ich aufgeben, aber ich hielt an meinem Traum fest und das gab mir den Mut, weiterzumachen.

Feuchte Augen

Trotz all dieser Herausforderungen und Hindernisse sp?rte ich immer noch, dass Christus mich rief, Priester zu werden, um seinem Volk zu dienen, selbst in meiner Schw?che. So schickte ich eines Tages einen Brief an den Erzbischof von Melbourne und bat ihn, mich zur Priesterweihe zuzulassen. Zu meiner ?berraschung verabredete er sich sofort mit mir und besprach mit mir, was ich tun sollte. Er stimmte zu, mich zu weihen, auch wenn ich in einem Bett liegen oder im Rollstuhl sitzen m?sste. Und er sagte mir, dass es mir mit der Zeit besser gehen w?rde und dass ich gehen k?nnen w?rde. Zu diesem Zeitpunkt sa? ich immer noch im Rollstuhl, aber ich arbeitete weiter an meinen ?bungen, w?hrend ich gleichzeitig mein Studium beendete. Als der Tag der Weihe kam, war ich in der Lage, mich den anderen zu Fu? in der Prozession anzuschlie?en. Die Kathedrale war gef?llt mit den jubelnden Gesichtern von Freunden. Viele von ihnen hatten mich kennengelernt, als ich im Krankenhaus ihre Hilfe brauchte, und sie wussten, wie erstaunlich es war, dass ich diesen Tag erlebte. Tr?nen der Freude f?llten meine Augen und ich konnte auch das Gl?nzen in ihren Augen sehen. Ich konnte nicht glauben, dass dieser Tag endlich gekommen war ? 30 Jahre nachdem ich aus meinem Dorf aufgebrochen war, um meinen Traum zu verwirklichen.

Jetzt arbeite ich mit 2 anderen Priestern in einer lebendigen Gemeinde mit 4 Kirchen, mehreren Schulen und 6 Pflegeheimen. Jeder Tag, an dem ich in die Kirche hineingehe, um die Messe zu halten, ist wie ein neues Wunder. Ich glaube nicht, dass ich jemals genug davon haben werde. Dann, gest?rkt durch das heilige Opfer der Messe, gehe ich hinaus, um die Kinder in den Schulen und die ?lteren Menschen in den Pflegeheimen zu besuchen. Ich f?hle mich gesegnet, ihnen Jesu Gegenwart zu bringen. Das lange Warten, um am Priestertum Christi teilzuhaben, hat ein Ende, und ich kann mit ihnen die Fr?chte meines Leidens in Vereinigung mit Jesus teilen.

Das Ausharren durch alle meine Schwierigkeiten hindurch hat mich bef?higt, Menschen in ihren N?ten zu verstehen und ihnen zu helfen. Ich habe gelernt, dass das Nachdenken ?ber die Bed?rfnisse anderer und das Aufsetzen eines L?chelns mich von meinem eigenen Leid ablenkt und mein Leiden in Freude verwandelt. Wenn Menschen zu mir kommen und um Hilfe bitten, kann ich auf die Kraft zur?ckgreifen, die ich aus meinen Leiden gewonnen habe, um sie zu ermutigen, ihre Pr?fungen durchzustehen. Weil sie sehen k?nnen, dass ich an einer Behinderung leide, ist es f?r sie einfacher, sich in Zeiten der Not an mich zu wenden. So erhalten sie die Unterst?tzung der Kirche, um in den dunkelsten Zeiten die Hoffnung zu bewahren.

Teilen:

Father Tao Pham

Father Tao Pham is a priest in the Archdiocese of Melbourne, assisting in the Greensborough North, Greensborough and Diamond Creek parishes. This article is based on his testimony and the Shalom World program ?Triumph?. To watch the episode visit: www.shalomworld.org/show/triumph

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Artikel

This site is registered on wpml.org as a development site.