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Jun 01, 2021 338 Mary Therese Emmons, USA

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Betest du f?r deine Lieben? Hier ist eine Geschichte, die dir Hoffnung macht

Erst gestern

Ich erinnere mich, als w?re es gestern gewesen ? ich sa? mit meinem zuk?nftigen Schwiegervater nach einem Festtagsessen in einem schwach beleuchteten Wohnzimmer. Es war das erste Mal, dass ich die Eltern meines Freundes getroffen hatte, und ich war merklich nerv?s. Die Familie hatte sich nach dem Essen zerstreut und Harry und mich zum Smalltalk am Kamin zur?ckgelassen. Ich hatte schon so viel ?ber ihn geh?rt und freute mich auf diese Gelegenheit, mich mit ihm zu unterhalten. Harry war ?berlebensgro? und hatte einen unglaublichen Sinn f?r Humor. Er war der Vater von sechs Kindern ? flei?ig, ein Rekordhalter im Reiten und ein Veteran einer milit?rischen Eliteorganisation. Ich war mit seinem ?ltesten Sohn zusammen.

Ich hatte ihn schon lange bevor ich ihn traf bewundert, und hoffte, einen guten Eindruck zu machen. Auch ich stammte aus einer gro?en Familie und war eine gl?ubige Katholikin ? etwas, von dem ich hoffte, dass er es positiv sehen w?rde. Ich wusste, dass Harry in der katholischen Kirche aufgewachsen war, aber sie verlassen hatte, lange bevor er heiratete und eine Familie gr?ndete. Das machte mich neugierig und ich wollte mehr wissen ? verstehen, warum. Was k?nnte ihn dazu gebracht haben, diesen Glauben zu verlassen, den ich selbst als Teenager so sehr liebte? Als das Thema Religion schlie?lich im Gespr?ch aufkam, erz?hlte ich ihm aufgeregt von meiner Hingabe an den Glauben. Seine Reaktion war unerwartet und herzzerrei?end. Nonchalant, fast kalt, erkl?rte er, dass er einmal katholisch war ? sogar Messdiener ?, aber jetzt sei er sich nicht sicher, ob er sich ?berhaupt noch an das Vaterunser erinnern k?nne. Ich wollte darauf antworten, ohne respektlos zu klingen, und erw?hnte leise, wie traurig das sei – und ich f?hlte es tief in mir. Dieses Gespr?ch hinterlie? einen Eindruck bei mir und ich bewahrte diese Erinnerung gut auf.

Schimmernde Lichter

Jahre vergingen, und mein Mann und ich hielten Harry ganz nahe im Gebet ? in der Hoffnung, dass er eines Tages zum Glauben zur?ckkehren w?rde. Harry war bei meiner Hochzeit mit seinem Sohn in der katholischen Kirche dabei. Er war bei den Feiern der Sakramente f?r unsere Kinder dabei, und er war sogar an dem Tag dabei, als sein eigener Sohn den katholischen Glauben annahm.

Ich konnte meine Freudentr?nen nicht zur?ckhalten, als ich bei der Taufe meines Mannes dabei war.?? In diesem Moment, kam wieder die Erinnerung an mein Gespr?ch mit seinem Vater, zehn Jahre zuvor, hoch und ich f?hlte, wie ein klein wenig Wut in mir hochkam ? Wut dar?ber, dass der Vater meines Mannes ihn um eine glaubenserf?llte Erziehung betrogen hatte. Mein Mann wollte mehr f?r seine eigenen Kinder. Er hatte nicht nur die Erziehung unserer Familie im katholischen Glauben unterst?tzt, er selbst sp?rte eine innere Sehnsucht nach mehr. Seine Einweihung in die katholische Kirche war ein wunderbares Beispiel f?r seinen eigenen tiefen Glauben und sein festes Vertrauen.

Ich sah ?ber die Jahre hinweg kleine Funken des Glaubens in Harry, und ich glaubte immer, dass tief in seinem Herzen noch eine ?berzeugung vergraben war. Als bei meinem Mann Krebs diagnostiziert wurde, erz?hlte mir mein Schwiegervater im Vertrauen, dass er f?r ihn zur Mutter Gottes betete, da er immer eine tiefe Verehrung f?r sie gehabt hatte. Das war etwas, was er noch nie jemandem gesagt hatte, und er vertraute es mir an. Ich f?hlte ein echtes Gl?cksgef?hl in dem Wissen, dass diese Hingabe, auch wenn unsichtbar, immer noch da war. Optimistisch fuhren mein Mann und ich fort, f?r Harrys volle R?ckkehr zum Glauben zu beten.

Ein unbezahlbares Geschenk

Das Jahr 2020 war f?r viele grausam, und mein lieber Schwiegervater war eines seiner Opfer. Nach einem schweren Sturz wurde er in eine Rehabilitationseinrichtung gebracht, wo er wochenlang keinen pers?nlichen Kontakt hatte. Seine Gesundheit begann zu schwinden, und dieser starke, lebendige Mann begann zu schrumpfen ? sowohl in der Statur als auch im Licht ? da auch der Ansatz der Demenz deutlich geworden war. Mein Mann beschloss, die Chance zu ergreifen und seinen Vater zu fragen, ob er den Besuch eines katholischen Priesters w?nsche. Zu unserer v?lligen ?berraschung stimmte er eifrig zu ? und bat mich, ihm eine Kopie des Vater Unsers zu geben, um sein Ged?chtnis aufzufrischen. Wieder kam mir sofort mein Gespr?ch mit ihm als Teenager in den Sinn, aber dieses Mal f?hlte ich Aufregung und Hoffnung.

In den folgenden Tagen begleitete mein Mann einen Priester zu seinem Vater nach Hause, da seine Mobilit?t nun eingeschr?nkt war. Harry nahm vertrauensvoll am Bu?sakrament teil und nahm das Angebot der Heiligen Kommunion von seinem eigenen Sohn an. Diese beiden Sakramente zum ersten Mal seit fast sechzig Jahren zu empfangen, war ein unbezahlbares Geschenk. Harry empfing auch die Krankensalbung, und diese kostbaren Sakramente gaben ihm unbestreitbar die Gnade, seine letzten Wochen in Frieden zu verbringen.

In seinen letzten Tagen brachte ihm sein Sohn einen Rosenkranz und betete ihn zusammen mit unseren Kindern an seinem Bett ? wissend, dass Harry nun auf dem schmalen Grat zwischen diesem und dem n?chsten Leben wandelte. Als ein hingebungsvolles Kind der Gottesmutter schien dies ein passender Abschied zu sein. Harry entschlief bald darauf friedlich, und unsere Herzen werden f?r immer mit Dankbarkeit gegen?ber unserem barmherzigen Gott und der Gottesmutter daf?r erf?llt sein, dass sie Harry zum Glauben zur?ckgebracht haben, bevor er von uns ging. Zu wissen, dass Harry im Frieden mit den himmlischen Engeln ist, ist ein gro?er Trost f?r uns. Es mag ihn Jahrzehnte gekostet haben, es anzuerkennen, nach Jahren unaufh?rlicher Gebete und einem letzten Chancenangebot seines liebenden Sohnes ? aber sein Glaube war da. Er war immer da.

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Mary Therese Emmons

Mary Therese Emmons is a busy mother of four teenagers. She has spent more than 25 years as a catechist at her local parish, teaching the Catholic faith to young children. She lives with her family in Montana, USA.

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